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Full text of "Umfang und Vertheilung des Volks-Einkommens im Preussischen Staate [microform] : 1872-1878"

MASTER 
NEGATIVE 

NO. 94-821 46 




COPYRIGHT STATEMENT 



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The Columbia University Libraries reserve the right to refuse to accept a 
copying order if, in its judgement, fulfillment of the order would involve 
violation of the Copyright law. 



Author: 



Soetbeer, Adolf 



Title: 



Umfang and vertheilung 
des volks-einkommens., 

Place: 

Leipzig 

Date: 

1879 



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MASTER NEGATIVE # 



COLUMBIA UNIVERSITY LIBRARIES 
PRESERVATION DIVISION 

BIBLIOGRAPHIC MICROFORM TARGET 



ORIGINAL MATERIAL AS FILMED - EXISTING BIBLIOGRAPHIC RECORD 



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Soetbeer, Adolf, 1814-1892. 

Umfang und vertheilung des volks-einkommens im Preussi- 
schen Staate, 1872-1878. Von dr. Adolf Soetbeer. Leipzig, 
Duncker & Humblot, 1879. 

vi, 90 p. 22r. 



1^ Income tax — Prussla. 2^ Income. i. Title. 

[Füll name: Georg Adolf Soetbeerj 

n 42-27616 

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RESTRICTIONS ON USE: 



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by Adelaide Reckford 

in memory of her father 

Louis J. Reckford, '86 College 

Amor cvtn labore omnia obstantia renwvet 



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Umfaiiff und Vertheiluna 

des 

Volks-Einkomniens iiu Preussischen Staate 

1872-1878. 



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Umfang und Vertteilung 

des 

Yolks-Einkommens 



im 



Preussischen Staate 



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1872—1878. 



Von 



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Dr. Adolf Soetbeer. 



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Leipzig, 



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Verlag von Duncker &Humblot 
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Seite 

Vorbemerkung 1 

I. Die Einkommen-Statistik im Königreich Sachsen, 1878 . . 3 
IL Veranlagungen zur Klassen- und klassifizirten Einkommen- 
steuer in Preussen im Allgemeinen 11 

III. Veränderungen des Gesetzes wegen der Klassen- und Ein- 
kommensteuer vom 1. Mai 1851 seit dem Jahre 1873 . . 15 

IV. Grundsätze und Praxis bei Einschätzung der ärmeren 
Klassen der Bevölkerung 18 

V. Erfordernißs von Zuschlägen zu den amtlichen Veran- 
lagungen, um die Statistik des wirklichen Volks-Einkommens 
annähernd richtiger herzustellen 33 

VI. Vertheilung der vielen einzelnen Einkommenklassen unter 

gewisse Hauptklassen 39 

Vll. Steigen der Einschätzungen zur Einkommensteuer im All- 
gemeinen, von 1854 bis 1878 42 

Vlll. Zusammenstellungen über den Umfang und die Vertheilung 
der Einkommen im Preussischen Staate in jedem der 
sieben Jahre 1872 bis 1878 44 

IX. Vergleichung der Preussischen und der Sächsischen Ein- 
kommen-Statistik für das Jahr 1878 49 

X. Zusammenstellungen über die Gestaltung der Hauptklassen 
der Einkommen im Preussischen Staate 1872 bis 1878 . . 53 

XI. Vergleichung der oberen Einkommenklassen im Preussi- 
schen Staate und im Vereinigten Königreich. — Ursprüng- 
liches und abgeleitetes Einkommen. — Einkommen vom 

Staatseigenthum 58 

XII. Die yerhältnissmässige Seltenheit grosser Einkommen in 

Preussen 74 



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Seite 



82 



Anhang. 

Anlage A. Einnahmen von der Klassensteuer und der Ein- 
kommensteuer im Preussischen Staate, 1868 — 1879 

Anlage B. Bemerkungen zu den dem Preussischen I^ndtage vor- 
gelegten Nachweisungen in Bezug auf die Erhebung der 
Klassen- und Einkommensteuer; — über das Verhältniss 
tier Censiten und der Steuerfreien zur Bevölkerung; über 
die Haushaltungen und Einzel-Erwerbenden, 1876—1878 

Anlage C. Anzahl der zur Klassen- und Einkommensteuer ver- 
anlagten Personen und Betrag der veranlagten Steuer für 
das Jahr vom 1. April 1878—79 

Anlage D. Statistische Mittheilungen in BetreflP der Einkommen- 
steuer im Vereinigten Königreich 99 



84 



87 



Vorbemerkung. 






Kein volkswirthschaftliches Thema scheint uns weniger 
einer Rechtfertigung zu bedürfen, als der Versuch einer 
annähernden Schätzung des Umfangs und der Vertheilung 
des gesammten Einkommens einer Nation. Denn was hängt 
im öffentlichen Leben nicht Alles hiervon ab und hiermit 
zusammen? Lassen sich nicht alle konkreten Verhältnisse 
der Finanzen und der Besteuerung, sowie überhaupt der 
Socialpolitik um so richtiger und praktischer verstehen^ je 
vollständiger uns die Gestaltung des Einkoramens der ver- 
schiedenen Klassen der Bevölkerung bekannt ist? Wir wol- 
len uns deshalb nicht mit einer Vorrede aufhalten, um die 
Wichtigkeit einer solchen Untersuchung in Bezug auf den 
Preussischen Staat näher nachzuweisen. Wer sich fiir 
diesen Gegenstand interessirt, für den ist der Nachweis 
überflüssig; diejenigen aber, bei denen ein solches Interesse 
sich nicht findet, werden auch durch die ausführlichste Be- 
gründung nicht überzeugt werden, ja hiervon vermuthlich 
nicht einmal Kenntniss nehmen. 

Ebensowenig wollen wir uns in eine Auseinandersetzung 
mit denjenigen Gelehrten und Praktikern einlassen, welche 

Soetbeer, Volkseinkommen. \ 



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mit einer gewissen Verachtung auf jede Einkommen-Statistik 
hinabsehen, weil sie von vornherein die unumstössliche 
Ueberzeugung haben, dass solche, wie immer auch er- 
mittelt, ein haltloses phantastisches Gebilde bleibe, das eher 
irre leite als aufkläre. Nehmen diese Herren Notiz von 
dahin zielenden Untersuchungen, so geschieht es meistens 
nur zu dem Zwecke, um zum hundertsten Mal einen schon 
neunundneunzig Mal ohne Widerspruch geführten leichten 
Beweis wieder beizubringen, dass die in Rede stehenden 
Aufstellungen auf Genauigkeit und Sicherheit ganz und 
gar keinen Anspruch erheben könnten. Kritiker dieser 
Art bemühen sich so zu sagen eine offene Thüre einzu- 
stossen. So weit uns bekannt, ist noch jeder ernstlich 
unternommene Versuch der Ermittelung des Einkommens 
eines Volks und der verschiedenen Klassen der Bevölkerung 
von dem ausdrücklichen oder stillschweigenden Vorbehalt 
begleitet gewesen , dass es sich bei diesem Zweige der 
Statistik nothwendig nur um ungefähre und annähernde 
Schätzungen handeln könne, deren Brauchbarkeit haupt- 
sächlich davon abhängt, dass dieselben nicht ohne Sach- 
verständniss, aber ohne vorgefasste Meinung und Absicht, 
auf der Grundlage eines gleichartigen Materials und nach 
gleichmässiger Methode veranstaltet sind. Man muss aller- 
dings einräumen, dass viele bisherige Versuche auf dem 
Gebiete der Einkommen- Statistik ihre Aufgabe gar zu leicht 
genommen haben und bei ihrer bald erkennbaren Oberfläch- 
lichkeit nicht geeignet gewesen sind, Vertrauen zu erwecken 
und zu Schlussfolgerungen aufzufordern. Allein deshalb 
sollten doch nicht auch die unter genügender Darlegung 
ihrer positiven Elemente und der angewendeten Methode 



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mit Sorgfalt ausgearbeiteten vergleichenden Zusammen- 
stellungen über das Volks-Einkommen, ohne weitere Prü* 
fung, in Bausch und Bogen verurtheilt werden, zumal in 
neuester Zeit manche hierfür zu verwerthende amtliche 
Veröffentlichungen einen wesentlichen Fortschritt aufweisen 
und früheren Irrthümern vorbeugen. 



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Bevor wir in die Untersuchungen über das Volks- 
Einkommen im Preussischen Staate — die eigentliche Auf- 
gabe dieser Abhandlung — eintreten, glauben wir als 
zweckdienliche Vorbereitung hierzu einen kurzen Bericht 
über die neueste Einkommen-Statistik des Königreichs 
Sachsen voranstellen zu sollen. Diese wird uns nämlich 
in den Stand setzen, die Erledigung einiger schwieriger 
Fragen unserer Aufgabe mit besserer Zuversicht als bisher 
zu versuchen. 

Kein anderes Land hat bis jetzt eine so umfassende 
und so gründliche Schätzung des Volks-Einkommens, als 
das Königreich Sachsen für das Jahr 1878. Es empfiehlt 
sich daher, wenn man eine Schätzung des Volks-Einkommens 
in einem anderen Lande vornehmen will, in dem die bezüg- 
lichen Verhältnisse im Grossen und Ganzen anscheinend 
nicht ganz wesentlich differiren, wo aber die zu benutzen- 
den positiven Materialien bisher nicht so vollständig vor- 
liegen, die in Sachsen beobachteten Grundsätze und Me- 
thoden, sowie die dort gemachten Erfahrungen vorsichtig 
zu Rathe zu ziehen. 

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Im Königreiche Sachsen haben sich Regierung und 
Stände seit dem Jahre 1867 mit dem Plan der Ersetzung der 
bisherigen direkten Steuern durch Reform der Grundsteuer 
und eine rationelle allgemeine Einkommensteuer eingehend 
beschäftigt. Nach vorangegangenen längeren Berathungen 
über die hierbei leitenden Gesichtspunkte und Regeln wurde 
dann auf Grund eines Gesetzes vom 22. December 1874 im 
Jahre 1875 zunächst mittelst versuchsweiser Einschätzungen 
eine Einkommen-Statistik aufgestellt. Das Land wurde zu 
diesem Zwecke in 978 Bezirke getheilt. Von diesen haben 
in 17 Bezirken die Bezirkssteuer-Inspectoren den Vorsitz 
geführt, während für 961 Bezirke freiwillige Stellvertreter 
für den Vorsitz gesucht werden mussten. Ausser diesen 
haben noch 9876 Personen als gewählte Mitglieder der 
Kommissionen bei der Abschätzung mitgewirkt. Die Ab- 
sicht des Gesetzes, bei der Ermittelung der Einkommen 
der Wahrheit möglichst nahe zu kommen , ist in Sachsen 
nach gewissen Richtungen hin wohl vollständiger als in 
irgend einem andern Lande erreicht worden. Die Bildung 
vieler kleinen Einschätzungsbezirke und die starke Be- 
setzung der einzelnen Kommissionen haben bewirkt, das» 
nicht nur die verschiedenen zu einem Bezirke vereinigten 
Orte, sondern auch die bedeutenderen Berufsklassen des 
Bezirks darin ihre Vertretung finden konnten. Die Be- 
willigung von Diäten an die Kommissionsmitglieder hat 
eine Betheiligung aller Klassen der Bevölkerung an dem 
Einschätzungswerke ermöglicht und auch ärmeren Einwoh- 
nern Gelegenheit gegeben, ihr Wort für eine gerechte 
Würdigung der Einkommensverhältnisse ihrer Berufs- 



1 



genossen einzulegen und die Art der Abschätzung ihrer 
reicheren Mitbürger gleichzeitig zu überwachen. 

Trotz aller Sorgfalt und aufgewendeten Kosten (welche 
etwa IV2 Millionen Mark betragen haben) konnte es bei 
dem ersten Versuch einer sehr detaillirten Abschätzung der 
ganzen Bevölkerung nicht ausbleiben, dass manche Unvoll- 
kommenheiten und Irrthümer vorkamen und mehrfache 
Einwendungen gegen diese ersten Aufstellungen nach deren 
Veröffentlichung erfolgten. Man fand unter Andern, dass 
die Einkünfte aus dem mittleren und kleinen Landbesitze 
oder aus dem Hausbesitze auf dem Lande vielfach zu niedrig 
abgeschätzt seien. Andererseits erklärte man die hohe Ab- 
schätzung vieler Personen aus den unteren Ständen, wie 
Gesellen, Arbeiter, Knechte, Mägde etc. daraus, dass manche 
Dienstherrschaften die gewährte Wohnung und Beköstigung 
eher zu hoch angeschlagen hätten, weil der Geldwerth in 
vielen Fällen als Bewirthschaftungsaufwand von der Summe 
des Rohertrags in Abzug gebracht werden konnte. So kam 
es denn im Jahre 1877 zu einer neuen Abschätzung aller 
Einkommen im Lande. Und auch diese wurde wiederum, 
nachdem am 2. Juli 1878 ein neues Einkommensteuergesetz 
erlassen war, im Jahre 1878 einer gründlichen Revision 
unterzogen. Die späteren Einschätzungen ergaben ein ge- 
ringeres Gesammtresultat als die vorangehenden. Wir be- 
rücksichtigen im Nachstehenden nur die letzte Einschätzung, 
die vom Jahre 1878. 

Das Urmaterial für die Sächsische Einkommen-Statistik 
besteht aus den Ortseinschätzungskarten und den Individual- 
einschätzungskarten, die fUr jeden Ort und jede eingeschätzte 
Person unter Aufsicht der Bezirkssteuer-Lispektoren aus- 



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gefüllt und dem königlich statistischen Bureau zur Be- 
arbeitung übergeben werden. Die Resultate der Orts- und 
Individualkarten müssen iß der Hauptsache mit einander 
übereinstimmen und dienen zur gegenseitigen Kontrole. Die» 
ist für die Einschätzung von 1878 auch geschehen; die 
gesammte Differenz betrug schliesslich nur etwa 44,000 M. 

bei 927,472,650 M. 

Der Einschätzung unterliegen alle Einwohner und An- 
gehörige, sowie die juristischen Personen des Landes, die 
einen selbständigen Erwerb oder ein Einkommen haben. 
Einkommen unter 300 Mark sind steuerfrei , Einkommen 
von 300 M. und darüber unterliegen einer Steuer, welche 
in 21 Stufen bis zu einem Einkommen von 6300 bis 7200 M. 
progressiv V2 M. bis 189 M. beträgt, von da ab aber 3 M. 
vom Hundert desjenigen Einkommenbetrags, mit welchem 
die Klasse beginnt. Die Klassen steigen bis zu 12,000 M. 
um je 1200 M., von da bis zu 30,000 M. um je 2000 M., 
von da bis zu 60,000 M. um je 3000 M., weiterhin um 

je 5000 M. 

Diejenigen Beitragspflichtigen, deren Einkommen nicht 

zweifellos unter dem Betrage von 1600 M. bleibt, werden 
zur schriftlichen Deklaration ihres Einkommens aufgefordert 
Wer innerhalb der gestellten Frist die Deklaration nicht 
einreicht, verliert für das laufende Jahr das Reklamations- 
recht. 

Personen unter 16 Jahren, sofern sie in der untersten 

Klasse zu besteuern sein würden, sind von den Steuern 

befreit. 

Ist das Einkommen einer Person, welche innerhalb 
Landes eine eigene Haushaltung hat, geringer als die Summe, 



welche sie zur Bestreitung des Unterhalts für sich und die 
von ihr unterhaltenen Personen oder zu freiwillig an An- 
dere gewährten Unterstützungen aufwendet, so kann diese 
Summe als Betrag des Einkommens angenommen werden. 
(Diese Einschätzung nach dem Verbrauche tritt vornämlich 
in den Fällen ein , wo die Ausgaben ganz oder theilweise 
aus dem Vermögen zu bestreiten sind ; Ausnahmen sind in 
der ,Jnstruction zum Einkommensteuergesetz" bestimmt.) 

Die Deklaration, beziehungsweise die Einschätzung geschieht 
unter Spezifikation nach den vier Einkommenquellen: 
„a) Verpachtung von Gmndstücken, Verraiethung von Gebäuden oder 
Benutzung derselben zur eigenen Wohnung, Betrieb der Land- 
oder Forstwirthschaft auf eigenen Grundstücken ; 

b) Kapitalzinsen, Renten , Apanagen , Dividenden Con Actien oder 
Kuxen, Naturalgefälle, Auszüge und andere Gerechtsame; 

c) Bekleidung einer ausschliesslich oder zum Theil mit festem Gehalt 
oder Lohn verbundenen amtlichen oder sonstigen Stellung in- 
gleichen der Bezug von Pension oder Wartegeld; 

d) Handel , Gewerbe einschliesslich des Betriebs der Landwirth- 
schaft auf fremden Grundstücken und jede andere Erwerbs- 
tbätigkeit," 

Um Missverständnissen hinsichtlich dieser Rubriken vorzubeugen, 
wird in der Ausführungsverordnung bemerkt: 

„Zu den unter b) ,Renten' bezeichneten Einkünften sind auch 
die iLrtragnisse von im Auslande gelegenen Haus- und anderen 
Ixrundstücken und Gewerbeetablissements zu rechnen. Unter die 
unter c) ,Gehalt oder Lohn' gedachte Kategorie gehören die Dienst- 
emkunfte der in Staats-, Hof-, Gemeinde-, Kirchen- oder Privat- 
diensten angestellten Beamten und Bediensteten , sowie die Löhne 
und sonstigen Dienstbezüge der Gewerbsgehülfen, aller in ständigem 
Lohne beschäftigten Arbeiter und des Gesindes. 

Die Zinsen der im Handel und Gewerbe angelegten eigenen 
Kapitalien sind zu den Einkünften aus dem Handels- und Gewerbe- 
betriebe (unter d) zu rechnen/' 

Nach den vorbemerkten Einkommensquellen vertheilte 
sich das für das Jahr 1878 eingeschätzte gesammte Ein- 
kommen in Sachsen wie folgt:- 




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aus Grundbesitz 214,304,278 M. (21, 1%) 



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Renten 108,903,082 

Gehalten und Löhnen . . 333,908,798 
Handel und Gewerbe . . 356,934,806 
Gesammt-Einkommen . . 1014,050,964 
Abzuziehende Schuldzinsen 87,008,480 



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(10, 70/0) 

(33, OO'o) 
(35, 2« 0) 
(100) 



Verbleibendes Gesammt-Eink. 927,128,544 M. ») 

Es bedarf wohl kaum einer besonderen Erwähnung, 
dass in dieser Spezifikation der verschiedenen Einkommens- 
quellen eine sehr gewichtige Garantie fiir grössere Genauig- 
keit der Ermittelungen liegt. Wer aufgefordert wird, sein 
Einkommen zu deklariren, oder wer das Einkommen Anderer 
abzuschätzen hat, wird in der Regel ungleich sorgsamer zu 
Werke gehen, sobald er das fragliche Einkommen nach ge- 
wissenhafter Veranschlagung auf Grund der verschiedenen 
Bestandtheile angeben soll, als wenn die Schätzung des 
Ganzen in Bausch und Bogen erfolgt. 

In einer Abhandlung der Zeitschrift des Königl. Sachs. 
Statistischen Bureau (Jahrg. 1878, Heft III und IV S. 179 flf.) 
wird die Vertheilung des Volks-Einkoramens zur leichteren 
Uebersicht aus den mehr als 200 verschiedenen Klassen in 
vier Hauptklassen zusammengefasst, und zwar 

I. unbemittelte Klasse, mit Einkommen bis zu 800 M. 
II. mittlere Klassen mit Einkommen von 801 bis 3300 M. 

III. wohlhabendeKlassen mit Einkommen von 3301 bis 9600 M. 

IV. reiche Klassen mit Einkommen von über 9600 M. 



1) Die Einkommen-Statistik für 1875 hatte als Gesammt-Ein- 
kommen, nach Abzug der Schuldzinsen: 1,021,510,945 M., die/iir 1877: 
948,258,876 M. aufgewiesen. 



Eingeschätztes Einkommen : 
358,504,092 M. (38, 65%) 
315,917,366 „ (34, 06%) 
123,720,830 „ (13, 36%) 
129,330,362 „ (13, 93%) 



Hiernach vertheilte sich das Volks-Einkommen im Jahre 
1878 wie folgt: 

Eingeschätzte Personen : 

I. Klasse 756,681 (74, 85%) 

II. Klasse 224,860 (22, 240,0) 

m. Klasse 24,227 ( 2, 40%) 

IV. Klasse 5,191 ( 0, 51%) 

Nach der Volkszählung im Dezember 1875 hatte Sachsen 
2,760,586 Einwohner, und lässt sich für 1878 die Bevölkerung 
auf etwa 2,900,000 Einwohner annehmen. Von diesen wurden 
zur Einkommensteuer im Jahre 1878 eingeschätzt 1,007,520 
Personen, von denen 927,582 steuerpflichtig waren, das Ver- 
hältniss war mithin 100 Steuerpflichtige auf je 312 Einwohner. 
Auf je 100 Haushaltungen kamen mehr als 150 Steuer- 
pflichtige und noch mehr selbständig Erwerbende. Die 
Zahl der Familien ist noch geringer als die der Haus- 
haltungen. In den Familien finden sich aber gerade bei 
den ärmeren und mittleren Klassen sehr häufig zwei oder 
mehr erwerbende Personen. 

Bei einer Vergleichung der Sächsischen Einkommens- 
verhältnisse mit denen anderer Länder ist nicht ausser Acht 
zu lassen, dass in Sachsen die juristischen (nach der Säch- 
sischen Bezeichnung „moralischen") Personen, welche ein 
besonderes Einkommen haben, zur Steuer mit eingeschätzt 
und herangezogen werden; sie bestehen aus Gemeinden, 
Aktiengesellschaften und liegenden Erbschaften. Das Ge- 
sammtresultat wird freilich hierdurch nicht erheblich modi- 
fizirt, allein einigen Einfluss auf das Verhältniss der Ver- 
theilung stellt sich doch heraus. Es betrugen im Jahre 
1878 die Einschätzungen der Einkommen: 



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von Gemeinden 2,660 
von Aktiengesell- 
schaften . . 658 
liegende Erbsch. 121 



mit 8,439,067 M. 



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21,676,290 
1,027,830 



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jur. Personen . 3,439 (0,34%) „ 31,143,187 „ (3,36o/o) 
phys. Pers. 1,007,520 (99,66%) „ 896,329,463 „ (96,64%) 

1,010,959 „ 927,472,650 M. 

Durchschnittlich kamen auf jeden Steuerpflichtigen, nach 

Abzug der juristischen Personen, 890 M. Einkommen und 
auf den Kopf der Bevölkerung 309 M.; auf die steuer- 
pflichtigen juristischen Personen durchschnittlich 90,600 M. 

Die Ermittelungen der Sächsischen Einkommen-Statistik 
sind für uns namentlich auch deshalb von ausserordentlichem 
Interesse, weil sie über das durchschnittliche wirkliche Ein- 
kommen in den unteren Klassen der Bevölkerung, auf Grund 
spezieller Einschätzung aller Erwerbenden, genauere Aus- 
kunft gewähren, und im Grossen und Ganzen dem Ver- 
dachte einer zu niedrigen Veranschlagung nicht unterliegen. 
Die Regierung bekennt sich freilich zu der Ansicht, „dass 
bei Einschätzung der niedrigen Einkommenklassen nicht mit 
aLlzugrosser PeinlicKkeit verfahren und nicht die Feststellung 
des Einkommens jedes Einzelnen bis auf den Pfennig ange- 
strebt zu werden braucht", allein andererseits hat sie im 
Gesetze selbst feste untere Einkommenklassen bis zu 300 M. 
hinab herbeigeführt, damit auch die Erwerbenden in den 
unteren Klassen sämmtlich nicht nach allgemeinen Merk- 
malen, sondern „nach Massgabe ihres muthmasslich statt- 
findenden Erwerbs" eingeschätzt werden. 

Wir werden später Veranlassung haben, auf das wirk- 
liche Einkommen der untersten Klassen, wie sich dasselbe 
nach den Sächsischen Ermittelungen darstellt, zurückzu- 
kommen. — 







11 



IL 

Die Grundlage fiir die Ein kommen- Statistik der Be- 
völkerung des Preussischen Staates bilden die Einschätzungen 
zur Klassensteuer und zur klassifizirten Einkommensteuer. 
Die gesetzlichen Vorschriften für diese Einschätzungen sind 
gegeben durch das „Gesetz, betreffend die Einführung einer 
Klassen- und klassifizirten Einkommensteuer, vom 1. Mai 
1851", das „Gesetz wegen Abänderung des [eben genannten] 
Gesetzes .... vom 25. Mai 1873" und das „Gesetz, be- 
treffend die Aufhebung der Mahl- und Schlachtsteuer, vom 
25. Mai 1873." 

Die wesentlichen Bestimmungen dieser Gesetze in Be- 
zug auf die Einschätzungen und die Steuererhebung sind 
wie folgt: 

Der Klassensteuer unterliegen jetzt alle Personen, deren 
Einkommen 420 M. und darüber, aber weniger als 3000 M. 
beträgt. Befreiet sind alle Personen vor vollendetem 16. 
Jahre, soweit ihr Einkommen 660 M. nicht übersteigt, alle 
zur Friedensstärke des Heeres und der Marine gehörigen 
Personen des Unterofficier- und Gemeinenstandes, sofern sie 
nicht ausser ihrer Gage ein Einkommen von mindestens 
420 M. haben. Hierzu kommen noch einige andere Be- 
freiungen, die indess für unsern statistischen Zweck nicht 
relevant sind. 

Die Veranlagung geschieht nach Massgabe der Schätzung 
des jährlichen Einkoramens. Es ist jedoch gestattet, besondere, 
die Leistungsfähigkeit bedingende wirthschaftliche Verhält- 
nisse der einzelnen Steuerpflichtigen zu berücksichtigen. 






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•12 



Bei Bemessung der Höhe des jährlichen Einkommens gelten 
dieselben Grundsätze, wie bei der Einkommensteuer (s. u.). 
Die Steuer wird in 12 Stufen erhoben: 

in der 1. Stufe von 420 bis 660 M. mit 3 M. 



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3000 



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18 
24 
30 
36 
42 
48 
60 
72 



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11 



Der Einkommensteuer sind alle Einwohner des Staats, 
sowie die im Auslande sich aufhaltenden Staatsangehörigen 
unterworfen, welche selbständig, beziehungsweise unter 
Hinzurechnung des etwaigen besonderen Einkommens der 
zu ihrem Haushalt gehörigen Familienglieder, ein jährliches 
Einkommen von mehr als 3000 M. beziehen. 

Für die Berechnung des Einkommens sind folgende 
Grundsätze leitend: 

„§ 28. Das Einkommen aus Grundvermögen umfasst die Erträge 
sämmtlicher Liegenheiten, welche dem Steuerpflichtigen eigenthümlich 
gehören, oder aus denen ihm in Folge von Berechtigung irgend 
welcher Art ein Einkommen zufliesst. 

Von Grundstücken, welche verpachtet oder vermiethet sind, ist 



1) Bis zum Jahre 1875 waren die Stufen 3 und 4 respektive zu 
12 und 15 Mark angesetzt. 



13 

der jeweilige Pacht- oder Miethzins, einerseits unter Hinzurechnung 
etwaiger Natural- oder sonstigen Nebenleistungen, sowie der dem Ver- 
pächter etwa vorbehaltenen Nutzungen, andererseits unter Abrechnung 
der dem Verpächter verbliebenen Lasten, als Einkommen zu be- 
rechnen. 

Bei Berechnung des Einkommens aus nicht verpachteten Be- 
sitzungen ist der im Durchschnitt der drei letzten Jahre durch die 
eigene Bewirthschaftung erzielte Reinertrag zum Grunde zu legen. 

Ländliche Fabrikationszweige (Branntweinbrennereien, Brauereien, 
xMühlen, Ziegeleien und andere mehr) sind, soweit sie nicht bei der 
Ertragsermittelung des Hauptgutes, zu welchem sie gehören, schon 
berücksichtigt worden, eben so wie Stein-, Schiefer-, Kalk- oder 
Kreidebrüche, ferner Gruben oder Hüttenwerke, nach dem durch- 
schnittlichen Reinertrage der letzten drei Jahre zur Berechnung zu 
ziehen. 

Für nicht vermiethete, sondern von dem Eigenthümer selbst be- 
wohnte oder sonst benutzte Gebäude ist das Einkommen nach den 
ortsüblichen Miethspreisen zu bemessen. 

Die auf dem Grundbesitz ruhenden Lasten und Steuern, in- 
gleichen die Zinsen für hypothekarisch eingetragene und andere 
Schulden werden in Abzug gebracht, müssen jedoch auf Erfordern, 
und zwar die Schulden unter Angabe des Namens und Wohnorts des 
Gläubigers, so wie des Datums der Schuldurkunde, speziell nach- 
gewiesen werden." 

„§ 29. Das Einkommen aus dem Kapitalvermögen besteht in den 
Zinsen aller Forderungen, welche dem Steuerpflichtigen gegen Privat- 
schuldner oder gegen den Staat oder die Geldinstitute des Staats, 
gegen öfl*entliche Gesellschaften oder Aktienunternehmungen, gegen 
auswärtige Staaten u. s. w. zustehen. Auch gehören hierher alle 
Einnahmen in Geld, Naturalien oder sonstigen geldwerthen Vortheilen, 
welche Jemandem aus Leibrenten oder ähnlichen Verträgen oder Ver- 
schreibungen zufliessen. 

Die zugesicherten Jahreszinsen oder Renten bilden sowohl bei 
dem in öflfentlichen Papieren, als bei dem in Privatforderungen be- 
stehenden Kapitalvermögen das zu besteuernde Einkommen. 

Gehen diese Zinsen oder Renten nicht regelmässig unverkürzt 
ein, oder unterliegen sie, wie bei Dividenden oder Aktienunter- 
nehmungen, jährlichen Schwankungen, so ist der für das vorherge- 
gangene Jahr gezahlte Betrag in Ansatz zu bringen. Hinsicht- 
lich der von diesem Einkommen abzuziehenden Zinsen etwaiger 
Schulden gilt die am Schlüsse des § 28 gegebene Bestimmung. 



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14 



Forderungen und Schulden, welche im kaufmäunisclien Verkehr und 
überhaupt im Verkehr mit Gewerbtreibeuden bestehen, werden bei 
Feststellung des im § 3 behandelten Einkommens berücksichtigt und 
sind daher hier ausser Acht zu lassen." 

• 

㤠30. Hinsichtlich der dritten Art des Einkommens, welches aus 
Handel, Gewerbe, Pachtungen oder irgend einer Art gewinnbringender 
Beschäftigung — z. B. als Staats- oder Gemeindebeamter, als Arzt, 
Advokat, Schriftsteller u. s. w. fliesst und zugleich die Pension und 
Wartegelder, überhaupt diejenigen fortlaufenden Einnahmen, welche 
nicht als die Jahresrente eines unbeweglichen oder beweglichen Ver- 
mögens zu betrachten sind, umfasst, ist Folgendes zu beachten: 

Der Gewinn aus Handel, Gewerbe, Pachtungen u. s. w. ist nach 
dem Durchschnitt der drei letzten Jahre, sofern das Geschäft oder die 
Pacht schon so lange gedauert hat, zu berechnen. AU Ausgaben 
dürfen dabei, ausser der üblichen Absetzung für jährliche Abnutzung 
von Gebäuden und Utensilien, nur solche in Abzug gebracht werden, 
welche behufs der Fortführung des Handels- oder Gewerbebetriebs 
u. 8. w. in dem bisherigen Umfange gemacht worden sind, mithin 
nicht solche Ausgaben, welche sich auf die Bestreitung des Haus- 
halts des Steuerpflichtigen und des Unterhalts seiner Angehörigen 
beziehen, oder welche in Kapitalanlage zur Erweiterung des Geschäfts 
oder zu Verbesserungen aller Art bestehen. 

Feststehende Einnahmen sind mit dem vollen Betrage zur Be- 
rechnung zu ziehen. Die auf Grund einer gesetzlichen Verpflichtung 
zu leistenden Pensions- und Wittwenkassen-Beiträge müssen von den 
Besoldungen oder Pensionen in Abzug gebracht werden. 

Dienstwohnungen und Dienstländereien, für welche nicht schon 
ein Abzug an der Besoldung stattfindet, sind dabei nach den orts- 
üblichen Mieths- beziehungsweise Pachtpreisen in Ansatz zu bringen. 

Enthält das Diensteinkommen jedoch zugleich die Entschädigung 
für den Dienstaufwand, so ist der dafür zu berechnende Betrag ausser 
Ausatz zu lassen. 

Hinsichtlich der in Abzug zu bringenden Zinsen von Privat- 
schulden gilt die im § 28 am Schluss gegebene Bestimmung." 

Nach dem hiernach veranschlagten Einkommen wird 
jeder Steuerpflichtige zu einer der Steuerstufen dergestalt 
eingeschätzt; dass der Jahresbetrag seiner Steuern drei 
Procent seines Einkommens nicht übersteigt. 



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15 

1. Stufe über 3000 bis 3600 M. Einkommen 90 M. 

2. „ „ 3600 „ 4200 „ „ 108 
3. 



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4200 „ 4800 



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Bis 6000 M. Einkommen ist jede Stufe um je 600 M. 
höher als die vorhergehende, — von 6000 M. bis 12,000 M. 
um je 1200 M., - von 12,000 M. bis 21,600 M. um je 
2400 M. u. s. w., bis von der 32. Stufe (240,000-300,000 M.) 
an die Stufen um je 60,000 M. steigen i). 



III. 

Nach den im Vorstehenden angegebenen Bestimmungen 
sind die üebersichten der Veranlagungen zur Klassensteuer 
und klassifizirten Einkommensteuer vollständig bisher nur 
für die Jahre 1875 bis einschliesslich 1878 aufgestellt worden. 
Es lassen sich deshalb die entsprechenden Nachweise für 
die vorhergegangenen Jahre nicht ohne Weiteres damit ver- 
gleichen, sondern man muss, um vergleichbare Ergebnisse 
für die Einkommen- Statistik aus den Üebersichten der Ein- 
schätzungen und Steuererträge ableiten zu können, zuvor 
die Wirkungen der Veränderungen in den gesetzlichen 
Bestimmungen für die betreffenden Angaben der früheren 
Jahre nach annähernder Veranschlagung in Rechnung 
bringen. Dahin gehört nun vornämlich Folgendes: 

1) Das bis jetzt eingeschätzte grösste jährliche Einkommen (1874 
im Regierungsbezirk Düsseldorf) ward als Stufe 112 aufgeführt und 
ergab 5,100,000 M. bis 5,160,000 M. mit einem Steuerbetrage von 
153,000 M. - Der durchschnittliche Procentsatz der Einkommensteuer 
beträgt 2,782 7o- 



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^ 16 

1. Bis zum Jahre 1874, in welchem das oben erwähnte 
Gesetz vom 25* Mai 1873 in Kraft trat, wurde die Klassen- 
Steuer in den unteren Stufen nicht auf Grund einer 
Schätzung nach dem Verhältniss des Einkommens erhoben, 
sondern die Veranlagung erfolgte nach „allgemeinen Klassen- 
merkmalen." Zur untersten Klasse wurden gerechnet 
„diejenigen Grundbesitzer und Gewerbtreibenden , welche 
nach dem Umfange und der Beschaffenheit ihres Besitzthums 
oder Gewerbes durch das hierdurch gewährte Einkommen 
nicht selbständig bestehen können und sich daher durch 
Nebenverdienst, namentlich durch Tagelohn oder diesem 
ähnliche Lohtiarbeit, ihren Unterhalt suchen müssen, ausser- 
dem die gewöhnlichen Lohnarbeiter, die Handwerksgesellen, 
das gewöhnhche Gesinde und die Tagelöhner." 

Die Veranlagung zu den einzelnen Stufen der Klassen- 
steuer nach allgemeinen Klassenmerkmalen hatte sich als 
höchst ungleichmässig in den verschiedenen Landestheilen 
und durchaus ungenügend erwiesen, und ausserdem hatte die 
Erhebung der Steuer in der untersten Stufe (IV4 Silbergroschen 
pr0 Monat oder jährlich 15 Silbergroschen) die evidentesten 
Unzuträglichkeiten mit sich geführt, - waren doch in einem 
Jahre in der Stufe 1 wegen nicht entrichteter Klassensteuer 
592,653 Mahnungen und 228,083 Exekutionen erforderUch 
gewesen. Die Regierung gewann die Ueberzeugung, dass 
auch für die Klassensteuer durchweg eine Schätzung nach 
dem Einkommen unter den gegenwärtigen Verhältnissen zur 
gleichmässigen Erfassung der persönlichen Leistungsfähigkeit 
geeigneter erscheine, als der bisherige Veranlagungsmassstab 
und dass sich gänzliche Befreiung des grössten Theils der 
bisher zur Unterstufe 1 a gehörigen Haushaltungs- Vorstände 



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17 

und Einzelsteuernden, durch Fixirung des steuerpflichtigen 
Minimum-Einkommens auf den Betrag von 420 M., empfehle. 

2. Ein anderer Umstand, wodurch die Uebersichten 
der Veranlagung zur Klassensteuer vom Jahre 1875 an sich 
von den älteren wesentlich unterscheiden und nicht un- 
mittelbar vergleichbar sind, ist, dass vorher die Bewohner 
der mahl- und schlachtsteuerpflichtigen Städte der Klassen- 
steuer nicht unterlagen Man ist daher genöthigt, aus den 
Veranlagungen für das Jahr 1875 hinsichtHch der Einwohner 
in diesen Städten, welche nicht Einkommensteuer entrichteten, 
auf die entsprechenden Einkommensverhältnisse in den 
Jahren 1872 bis 1874 zu schliessen. 

3. Endlich ist auch bei den Veranlagungen zur Ein- 
kommensteuer für die hiernach anzustellenden Berechnungen 
des Einkommens in den Jahren 1872 und 1873 noch eine 
andere Ergänzung nach den in den folgenden Jahren statt- 
gehabten Ermittelungen vorzunehmen, nämlich in Rücksicht 
derjenigen Jahres - Einkommen , welche den Betrag von 
720,000 M. überschritten, da dieser vor dem Jahre 1874 
das Maximum für Einschätzung und Besteuerung abgab. — 

Um die vorerwähnten seit 1872 eingetretenen Aende- 
rungen der Veranlagungsnormen auch ziffermässig vor Augen 
zu haben, mögen folgende Angaben mitgetheilt werden. 
Befreiet von der Klassensteuer waren : \ Klassensteuerpflichtig blieben : 

1873 

1874 
1878 



1,389,954 Personen. 

6,447,631 

6,664,590 



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19,736,729 Personen. 
14,800,395 „ 

18,473,864 „ 
Die Zahl der zur Klassensteuer Veranlagten (Censiten) 
betrug i. J. 1873: 7,840,231 Censiten; — i. J. 1874: 
3,829,172 Censiten; — i. J. 1878: 5,116,555 Censiten. 

Soetbeer, Volkseinkommen. 2 



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18 

Die Seelenzahl nach den KlassensteuerroUen in den 
bis dahin mahl- und schlachtsteuerpflichtigen Städten, welche 
seit dem 1. Januar 1875 der Klassensteuer unterworfen 
wurden, betrug im Ganzen 2;814,213. — 

Die in Folge der Aufhebung der Maximalgrenze für 
die Einkommensteuer seit 1874 eingetretene Erhöhung der 
eingeschätzten Einkommen hat betragen: i. J. 1874 für 
12 Censiten 11,160,000 M.; i. J. 1875 für 12 Censiten 
10,500,000 M. etc.; i. J. 1878 für 12 Censiten 7,290,000 M. 



IV. 

Ungeachtet der seit dem Jahre 1875 eingetretenen 
wesentlichen Vervollständigung der Einschätzungen zur 
Klassen- und Einkommensteuer sind noch zwei für das 
Gesammtergebniss ausserordentlich wichtige Fragen zu er- 
ledigen, bevor man auf dieser Grundlage die Schätzung des 
wirklichen Volkseinkommens versuchen kann: einmal die 
Bestimmung des präsumtiven durchschnittlichen Einkommens 
derjenigen Haushaltungen und Einzel-Erwerbenden, die jetzt 
von der Entrichtung der Klassensteuer befreit sind, weil 
ihr Einkommen nach Ansicht der Einschätzungsbehörden 
den Betrag von 420 M. nicht erreicht; und sodann der im 
Uebrigen eventuell zu berechnende durchschnittliche Zu- 
schlag zu den amtlichen Einschätzungen, weil diese in der 
Regel hinter dem wirklichen Einkommen zurückbleiben. 

In früher von uns versuchten Schätzungen des Volks- 
Einkommens im Preussischen Staate ist für die untersten 
Stufen ein durchschnittliches jährliches Einkommen von 



19 

300 M. pro Censit angenommen. Dieser Betrag ist jedoch 
offenbar jetzt schon desshalb zu niedrig, weil in Rücksicht 
der Art der Einschätzungen seit 1874 für die Haushaltungen 
eine wesentliche Veränderung dadurch eingetreten ist, dass 
in der Regel nur noch die Haushaltsvorstände veranlagt 
werden, nicht auch die übrigen erwerbenden Personen des- 
selben Haushalts. Hierzu kommt noch das im Laufe der 
letzten Jahrzehnte bis 1874 eingetretene allgemeine Steigen 
der Löhne und Preise. Es hängt jener erstere Umstand selbst- 
verständlich eng zusammen mit der Festsetzung des durch- 
schnittlichen Einkommens derjenigen Erwerbenden, welche in 
Stufe 1 der Klassensteuer aufgenommen werden, für welche 
bekanntlich im jetzt geltenden Gesetze ein Minimum-Ein- 
kommen von 420 M. vorausgesetzt wird. 

Hierüber wird in den Motiven zu dem am 4. November 
1872 dem Landtag vorgelegten Gesetzentwurf wegen Ab- 
änderung des Gesetzes, betreffend Klassen- und klassilizirte 
Einkommensteuer, bemerkt: 

„Da die zur Unterstufe 1 a gehörenden Personen zu 
drei Viertheilen aus Tagelöhnern und Gesinde bestehen , so 
musste bei der Feststellung des steuerpflichtigen Minimai- 
Einkommens ein Hauptgewicht auf die gegenwärtige Höhe 
des Arbeits- und Dienstlohns gelegt werden. Nach der von 
Sachverständigen hierüber eingezogenen Auskunft erreicht 
das Einkommen einer Arbeiter-Familie in vielen Gegenden 
etwa den Betrag von 360 M.; in anderen wird es erheblich 
höher, auf 450 bis 540 M. veranschlagt; in den besser 
situirten, namentlich den industriellen, städtischen und länd- 
lichen Bezirken übersteigt es häufig den Betrag von 600 M. 
Hierbei muss unter Zugrundelegung einer Zahl von 250 bis 

2* 






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1;^: 



1 



20 

300 Arbeitstagen die zum Theil neben dem baaren Gelde 
in Kost, Wohnung oder anderen Naturalien gewährte Ver- 
gütung sowie der etwaige Nebenverdienst der zum Haushalt 
des Arbeiters gehörigen Familienglieder mit in Rechnung 

gestellt werden." 

Eine im Jahre 1874 unter dem Vorsitze des Professors 
von der Goltz veranstaltete Enquete über die Lage der 
ländlichen Arbeiter im Deutschen Reiche hat als durch- 
schnittliches Jahres-Einkommen derselben (freie Tagelöhner 
mit und ohne Grundbesitz und kontraktlich gebundene 
Tagelöhner zusammengerechnet) in den verschiedenen Gegen- 
den sehr unter einander abweichende Angaben ermittelt, 
so z. B. für den Regierungsbezirk Gumbinnen 456 M., für 
Aurich 484 M., für Schleswig 614 M., für Hannover 765 M., 
für Koblenz 943 M. Auf den Vorwurf, dass bei der Zu- 
sammenstellung die Lohnsätze zu niedrig gegriffen seien und 
die Angaben die Tendenz gehabt hätten, das Einkommen 
der Arbeiter so niedrig zu normiren, dass daraus ein Recht 
auf Freilassung von der Steuer begründet werden könne, 
versichert Professor von der Goltz, dass dies keineswegs 
der Fall sei. Die Angaben seien meistens schon gemacht, 
bevor das neue Gesetz wegen der Klassensteuer publizirt 
war, und in den 8 nördlichen Provinzen Preussens sei nur in 
einem einzigen Regierungsbezirk das Jahres-Einkommen 
eines Guts-Tagelöhners auf weniger als 510 M. angegeben, 
im Durchschnitt dieser Provinzen aber auf 660 M. beziffert, 
während die aus Süddeutschland gemachten Angaben für die 
freien Tagelöhner ohne Grundbesitz ein Jahres-Einkommen 

von nur 610 M. nachwiesen. Es sei indess einzuräumen, 

dass die in der Enquete gemachten Angaben über das 



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21 

Jahres-Einkommen der ländlichen Arbeiter etwas zu niedrig 
sein dürften. Dies c-kläre sich daraus, dass oft die von 
den Arbeitern erzeugten oder denselben als Deputat ge- 
währten Naturalien unter dem wirklichen Geldwer h ein- 
geschätzt wurden, oder dass der Erwerb der Frauen- ode;* 
Kinderarbeit, sowie der Mehrverdienst bei Accordarbeit ausser 
Ansatz blieben. Wenige Bezirke ausgenommen, besässen die 
ländlichen Arbeiter im ganzen Preussischen Staat ein Jahres- 
Einkommen von mehr als 420 M. 

Der Regierungskommissar machte bei den bezüglichen 
Verhandlungen auf dem Landtage geltend, dass man nicht 
verkennen dürfe, dass unter den von der Klassensteuer jetzt 
befreiten Personen nicht lediglich Arbeiter - Familien ent- 
halten seien, sondern auch solche Personen, die aus öffent- 
lichen Anstalten und Fonds verpflegt werden, ferner alle 
unselbständigen Personen, die von den Eltern erhalten 
werden, aber ausserhalb des elterlichen Hauses leben, auch 
kleine Grundbesitzer und Ge werbtreibende, die in ihrer Prästa- 
tionsfähigkeit bedeutend beeinträchtigt sind. 

Minister Camphausen gab zu, dass bei den Veran- 
lagungen der Einschätzungskommission für 1874 die Ein- 
kommen der unbemittelten Klassen fast durchweg zu niedrig 
angenommen seien und dass in den verschiedenen Landes- 
theilen beträchtliche Ungleichheiten in der Praxis der Ein- 
schätzungen stattgefunden hätten, dass hierin aber schon bei 
der folgenden Veranlagung i. J. 1875 vielfache Remedur 
eingetreten sei und damit künftig nach den gemachten Er- 
fahrungen fortgefahren werden solle. 

Die bisherigen Schätzungen des durchschnittlichen 
Jahres-Einkommens der ärmeren Klassen der Bevölkerung 



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22 

gehen weit auseinander, wie man sowohl aus den bezüg- 
lichen Verhandlungen im Abgeordnetenhauae als auch aus 
den vielen Schriften und Aufsätzen, in denen die Löhne 
und die Kosten des Lebensunterhalts besprochen werden, 
entnehmen kann. 

Herr Samter hat in einer i. J. 1873 veröflFentlichten 
Abhandlung „über das Einkommen der Bevölkerung in 
Preussen", das Einkommen der damaligen untersten Stufen 
(la u. Ib) der Klassensteuerpflichtigen zu durchschnittlich 
540 M. und 600 M. angenommen und gelangt damit zu 
folgender Schätzung: 

(Stufe 1 a) 5,055,067 Censiten mit 2727 Mill. M. Einkommen 
(Stufe 1 b) 444,557 „ „ 265 „ „ „ 

wobei die Bewohner der mahl- und schlachtsteuerpflichtigen 
Städte ausser Betracht geblieben sind. 

In einer Abhandlung in der Zeitschrift des Preussischen 
Statistischen Bureaus v. J. 1875 ist bei „Berechnung des 
Gesammt-Einkommens des Preussischen Volks" das Durch- 
schnitts-Einkommen der Klassensteuer-Befreieten zu 360 M 
angenommen, was bei der Zahl von 6,585,066 Personen 
zusammen einen Betrag von 2370 Millionen M. ergiebt 
Hierbei war aber der Irrthum vorgekommen, dass die 
6,585,066 Personen als Censiten, mit Ausschluss der An- 
gehörigen, angesehen wurden, während letztere darin mit 
einbegriffen und die Zahl der steuerfrei gewordenen Er- 
werbenden (Haushaltungen und Einzel -Erwerbende) nur 
auf ca. 3,300,000 zu veranschlagen war. 

Aus einer unbefangenen Prüfung der über die Lage 
der ärmeren Volksklassen vorgebrachten Thatsachen und 
Ansichten ergiebt sich als unzweifelhaft, dass das gewöhn- 




> 



23 



liehe wirkliche Einkommen der Einzel-Erwerbenden und noch 
mehr der Haushaltungen der steuerfrei gelassenen oder in 
die unterste Stufe der Klassensteuer eingeschätzten Volks- 
klassen, besonders auf dem Lande, in den verschiedenen Landes- 
theilen ganz ausserordentlich verschieden ist und dass solche 
Verschiedenheit sich noch beträchtlicher in Rücksicht der 
Praxis der Einschätzungen herausstellt. Es geschieht dies 
namentlich in Folge der sehr von einander abweichenden 
Berechnungsweisen der als Theil des Lohns gewährten 
Naturalien - Leistungen zum Geldwerthe. Auch wird jetzt 
von allen Seiten anerkannt, dass in den ersten Jahren 
nach eingetretener Steuerbefreiung der untersten Stufe (1 a) 
das angenommene Jahres-Einkommen in den ärmeren Klassen 
meistens viel zu niedrig geschätzt sei und dass mit wenigen 
Ausnahmen das Einkommen einer Haushaltung seit 1872 
fast überall einen Geldwerth von 420 M. mehr oder weniger 
übersteige. 

Aus folgenden Beispielen erhellt, wie bedeutend der 
Unterschied in den Einkommenverhältnissen der grossen 
Masse der Bevölkerung nach den Einschätzungen in den 
verschiedenen Regierungsbezirken erscheint. 

Das Verhältniss der von der Klassensteuer befreieten 
Einzel-Erwerbenden und Haushaltungen nebst Angehörigen 
zur Gesammtheit der in den Steuerrollen aufgeführten Be- 
völkerung war: 





1875 


1878 


Im Regierungsbezirk 


Bevölkerung. Steuerfrei. 


Bevölkerung. 


Steuerfrei 


Königsberg 


1,047,409 


525,544 


1,089,027 


526,275 




100 


50,18% 


100 


48,32 « 


Liegnitz 


973,350 


369,152 


992,073 391,420 




100 


38,45 


100 


39,45 



11$ 



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M—tt-l*«! 



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Im Regierungsbezirk 
Hannover 

Düsseldorf 



24 
1875 

Bevölkerung. Steuerfrei 

798,219 ; 139,454 



1878 



100 



24,29 



1,355,068 202,876 
100 14,62 "/o 



Bevölkerung. 

839,977 
100 

1,481,257 
100 



Steuerfrei. 

193,605 
23,05 

218,895 
14,78 % 



li 



Wie ausserordentlich verschieden sich das Haushalts- 
budget der Arbeiter-Familien in den verschiedenen Landes- 
theilen und auch in verschiedenen Zeiten stellt, darüber geben 
aus den uns vorliegenden, als zuverlässig zu erachtenden de- 

taillirten Zusammenstellungen folgende Belege Auskunft. 

Herr L. Jacobi zieht in seiner i. J. 1875 veröffentlichten 
trefflichen Abhandlung „über den neuesten Stand der ge- 
werblichen Arbeitslöhne in Niederschlesien" folgendes Resul- 
tat seiner umfiissenden Untersuchungen: „Der kräftige 
Mann verdient beim Tagelohn 8,5 bis 12,5 Pfennig pro 
Stunde, d. i. im Sommer bis 9 Mark, im Winter bis 7 M. 
60 Pf. die Woche. Die Frau verdient 5,5 bis 8,5 Pf. pro 
Arbeitsstunde. Der Durchschnittssatz des Tagelohns für 
den Mann ist 7 M. 20 Pf., für die Frau 4 M. 20 Pf. pro 
Woche. — Der Preis der gelernten Arbeiter schwingt meist 
zwischen 9 bis 15 M. für die Woche; er sinkt selten unter 
9 iVI. bis zu 6 M. hinab, — nämlich nur bei Gewerben 
schwächerer Hand, geringerer Kunstfertigkeit oder grosser 
Uebersetzung mit Arbeitern; er steigt mit den Graden der 
Anstrengung und Geschicklichkeit häufig bis 18 M. 

Jugendliche Arbeiter unter 14 Jahren verdienen durch- 
schnittlich von 1 M. 50 Pf bis 3 M., selten mehr; man 
kann ihre Jahres-Einnahrae auf mindestens 100 M. abrunden. 
Junge Leute zwischen 14 und 16 Jahren verdienen von 
4 M. 50 Pf bis 6 M., höchstens bis 7 M. 50 Pf. 



^ 



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25 

Gelernte Bergarbeiter der unteren Stufe verdienen 
durchschnittlich 12 M., der höheren Stufe durchschnittlich 

15 M. 

Rekapiluliren wir schhesslich den Jahres-Durchschnitts- 

verdienst des tüchtigen und vollbeschäftigten Arbeiters: in 
gemeiner Handarbeit 360 bis 450 M., — in gelernter und 
Facharbeit 600 bis 750 M. Was darüber hinausgeht, ist 
mehr oder minder Ausnahme." 

Die Jahres -Ausgabe einer Weberfamilie in Schlesien 
wurde (im Arbeiter freund, Jahrgang 1874) berechnet: 

1865 auf 715 M.; — 1872 auf 847 M.; — 1873 auf 944 M. — 

1874 auf 959 M. 
was zur Erläuterung der Werthverminderung des Geldes 
bemerkt wird. Der Geldlohn ist gestiegen, der Sachlohn 
derselbe geblieben. 

Nach dem Verwaltungsbericht des Magistrats von Breslau 
betrugen die zur Entrichtung der städtischen Einkommen- 
steuer eingeschätzten Einkommen der Handwerker im Durch- 
schnitt : 
1870: 1326 M.; — 1871: 1286 M.; — 1872: 1269 M.; — 

1873: 1612 M.; — 1874: 1479 M. 
woraus die vorübergehende grosse Steigerung der Löhne 
i. J. 1873 erhellt. 

Aus der vorhin schon erwähnten Enquete über die Lage 
der ländlichen Arbeiter in Deutschland i. J. 1874 wollen 
wir noch hervorheben, dass nach den aus den verschiedenen 
Landestheilen des Preussischen Staats beigebrachten 120 
Budgets über den Jahresbedarf einer Arbeiter-Familie der 
Durchschnitt nach den einzelnen Provinzen zwischen 574 M. 
und 897 M. variirt, der allgemeine Durchschnitt sich aber 



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26 



auf 670 M. gestellt hat, während die Ermittelungen über das 
durchschnittliche Jahres-Einkommen respective auf 529 bis 
758 M. sich stellen und der allgemeine Durchschnitt auf 
647 M. auskommt. 

Grosses Interesse gewährt eine in der Zeitschrift des 
Königl. Sächsischen Statistischen Bureau's, Jahrgang 1877^ 
veröffentlichte Untersuchung über die Weberlöhne, auf 
Grund der genauen Angabe eines grossen Etablissements 
in Meerane. Wir entnehmen aus derselben eine Zusammen- 
stellung über die Löhne der Stuhlarbeiter nach Geschlecht 
und Familienstand in den Rechnungsjahren (1. Juni bis 
31. Mai) 1873—1874 und 1876—1877. Die Jahreslöhne 
betrugen : 

1873-1874 

DuichschnittsloliD. Niedrigster Höchster 



M. 

für 105 Mädchen 517 

„ 76 Frauen 530 



n 



}j 



V 



43 unverheirathete Männer 534 

62 verheirathete Männer . 588 

286 Arbeiter, m. u. w. . . 539 

1876-1877 



M. 

424 
450 
426 
457 
424 



M. 
653 
661 
738 
793 
793 



Durchschuittslolm. Niedrigster Höchster 
M. 



für 114 Mädchen 498 

140 Frauen 510 

79 unverheirathete Männer 548 



V 



n 



jf 



jj 



111 verheirathete Männer . 



444 Arbeiter, m. u. w. . 



608 
538 



M. 


M. 


323 


718 


388 


682 


413 


770 


430 
323 


874 
874 






( 



27 



Diese letzten Tabellen zeigen auf's Deutlichste, wie 
ausserordentlich verschieden und schwankend die Löhne sich 
selbst in dem gleichen Gewerbe und der nämlichen Be- 
schäftigung an demselben Orte gestalten, und wie schwierig 
und gewagt es ist, allgemeine Durchschnittssätze für die 
Jahreslöhne der handarbeitenden Klassen aufzustellen, und 
wie dies von einer subjektiven Auffassung nach umsichtiger 
Prüfung der einschlagenden Verhältnisse abhängt. 

Aus derselben amtlichen Zeitschrift (Jahrgang 1878, 
S. 192) können wir auch entnehmen, wie gering das Ein- 
kommen mancher Weber ist. Was hier in Bezug auf Sächsi- 
sche Industriebezirke angeführt wird, dürfte auch auf manche 
Schlesische Verhältnisse Anwendung finden. Um es nicht 
unbegründet zu finden, dass wir den allgemeinen Durch- 
schnitt der Einkommen der untersten Klasse der Arbeiter- 
bevölkerung nicht höher als 400 M. annehmen zu können 
geglaubt haben, dazu werden diese Angaben mit beitragen. 
In der Ortschaft Ebersbach z. B., die 6794 Einwohner zählte, 
wurden im Jahre 1878 eingeschätzt im Ganzen 2744 Er- 
werbende mit 1,557,894 M., also durchschnittlich 568 M. 
Darunter befanden sich 



an selbständigen Webern 
93 mit 100—200 M. Eink. 
464 „ 200-300 
140 „ 300—400 



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an unselbständigen Webern 
6 mit .100—200 M. Eink. 
205 „ 200-300 
101 „ 300—400 



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yy 



yy 



12 „mehr als 400 „ 



91 „ mehr als 400 „ „ 

Ueber die auf den Staatswerken im Oberbergamts- 
Bezirk Clausthal bezahlten Löhne finden wir im Jahrgang 
1877 des „Arbeiterfreund" folgende amtliche Angaben: 



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, 



28 

(jresammt-Lohnverdienst im Jahre 
1874. 1875. 1876. 
M. M. 

769 
525 
704 
509 



M. 

724 

484 

686 
496 



Steinkohlenbergwerke, durchschn. 837 
Braunkohlenbergwerke „ 556 

Erzbergwerke „ 761 

Hüttenwerke, Silber- „ 520 

Hier zeigt sich durchweg ein Sinken der Löhne seit 
1874 und ähnliche Verschiedenheit derselben, wie bei den 
eben angegebenen Weberlöhnen. 

Der Durchschnitt der Jahreslöhne für Beamte mit 
gewöhnlicher Schulbildung bei den Preussischen Eisenbahn- 
verwaltungen in den Jahren 1850, 1859 und 1869 findet 
sich in der Zeitschrift des Preussischen Statistischen Bureau, 
Jahrgang 1874, berechnet für 1850 mit 678 M.; — für 1859 
mit 741 M.; — für 1869 mit 816 M.; darunter die Bahn- 
wärter der Staatsbahnen für 1850 mit 396 M.; — für 1859 
mit 483 M.; — für 1869 mit 576 M. — Dies giebt einen 
namhaften Beleg für die in den zwei Jahrzehnten nach 1850 
eingetretene Steigerung der Geldlöhne. 

Zum grossen Theil entspringen Missverständnisse und 
Irrthümer bei Berechnung des durchschnittlichen Ein- 
kommens in den untern Klassen der Bevölkerung aus der 
mangelnden Unterscheidung zwischen den Haushaltungen 
und den Einzel-Erwerbenden. Früher fehlte es in den ver- 
öffentlichten Uebersichten der Einschätzungen an dahin ge- 
hörigen Nachweisen, aber seit 1875 ist dieser Unvollstän- 
digkeit abgeholfen. Sowohl bei den Einkommensteuerpflich- 
tigen und den Klassensteuerpflichtigen als auch bei den- 
jenigen, welche bei der Veranlagung steuerfrei erklärt wur- 






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29 



den, ersieht man aus den beigegebenen summarischen An- 
gaben, wie viel Haushaltungsvorstände eingeschätzt sind 
und wie gross im allgemeinen Durchschnitt die Zahl der 
Angehörigen der Haushaltungen ist. Nichts kann einleuch- 
tender sein, als dass man zur Bestimmung jedes durchschnitt- 
lichen Einkommens vorher darüber im Klaren sein muss, 
ob nur die Haushaltungsvorstände oder auch noch die zum 
Hausstand gehörigen selbständig erwerbenden Frau und 
Kinder eingeschätzt werden, und dass ferner zwischen Ein- 
zel-Erwerbenden und Haushaltungen zu unterscheiden ist; 
denn ein Einkommen, welches für die ersteren als genügend 
erachtet wird, kann unzureichend sein zum nothdürftigsten 
Unterhalt einer Familie. Das angeregte Verhältniss bei 
der unbesteuerten Bevölkerung in den Jahren 1876 bis 1878 
war wie folgt: 

1876. 18T7. 1878* 

1,133,946. 1,106,896. 1,171,178. 

2,177,806. 2,280,532. 2,335,245. 



3,311,752. 3,387,428. 3,506,423. 

3,058,104. 3,038,105. 3,158,167. 
6,369,856. 6,425,533. 6,664,590. 



ii*l 



Haushaltungsvorstände . 

Einzel-Erwerbende . . 
Zusammen Censiten . 

Angehörige der Haus 

haltungen . . . 
Im Ganzen . . . 

Auf je 100 Haushai 

tungen der unbesteuerten 

Klasse kamen Angehörige 369 Pers. 374 Pers. 370 Pers. 

Wenn nun zur Berechnung des Volks-Einkommens in 
gleicher Weise wie bei den übrigen Klassen so auch für die 
zahlreiche unterste Klasse ein Durchschnitts-Einkommen 
pro Censit angenommen und für die Berechnung zum 
Grunde gelegt wird, so muss man dabei im Auge behalten, 



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30 



dass dieser angenommene Durchschnittssatz kombinirt ist 
aus dem Einkommen der betreffenden Haushaltungen und 
der Einzel-Erwerbenden. 

Indem wir, wie später begründet werden soll, im All- 
gemeinen einen Zuschlag von 25% zu dem eingeschätzten 
Einkommen für geboten erachtet haben, um zu einer rich- 
tigeren Schätzung der wirklichen Einkommenverhältnisse 
zu gelangen, ist in Uebereinstimmung hiermit auch eine 
entsprechende Erhöhung des untersten Grenzbetrages der 
Einschätzung angenommen, nämlich von 420 M. auf 525 M. 
Wir haben uns gesagt, dass im Allgemeinen gerade bei den 
Einschätzungen der ärmeren Klassen eine mildernde Rück- 
sichtsnahme die Regel bilden werde , wenn auch seit 1875 
nicht in gleichem Grade wie früher, und dass man voraus- 
setzen dürfe, dass Einkommen unter 525 M. meistens nicht 
zur Steuerentrichtung gezogen würden, indem der Geldwerth 
der für das Einkommen mit zu berechnenden Naturalien 
und der Nebenerwerb sehr massig veranschlagt wird. 
Hieran hat sich nun die fernere Annahme geknüpft, dass 
im grossen Durchschnitte aller steuerfreien Erwerbenden 
ein Einkommen von 400 M. anzunehmen sei, — etwa 
350 M. für den Einzel-Erwerbenden und etwa 500 M. für 
die Haushaltung mit Angehörigen. Wir haben nämlich aus 
der Erwägung der vorhin erwähnten Erörterungen über 
die Kosten des nothwendigen Lebensunterhalts auch der 
dürftigsten Familien und über die üblichen Löhne die 
Ueberzeugung gewonnen, dass, von vereinzelten Ausnahms- 
lallen abgesehen, etwa 400 M. Jahreseinkommen als das Mi- 
nimum für einen Haushalt anzusehen sei , während in den 
meisten Landestheilen das Einkommen auch in der unter- 



I 



31 



aten Klasse sich höher stellt, woraus der Durchschnitts- 
betrag von 500 M. abgeleitet ist. 

Um unsere eben besprochene Auffassung zu erläutern, 
betrachten wir die dahin gehörigen konkreten Verhältnisse 
der Einschätzungen des Jahres 1878. 

In den KlassensteuerroUen waren, wie wir vorhin sahen, 
Als gesetzlich steuerfrei verzeichnet im Ganzen 6,664,590 
Personen, darunter 3,506,423 Erwerbende, nämlich 1,171,178 
Haushaltungs vorstände und 2,335,245 Einzel-Erw erbende. 
Rechnen wir nun das durchschnittliche Einkommen der 
Haushaltungen zu 500 M. und das der Einzel-Erwerbenden 
zu 350 M., so ergiebt dies zusammen ein Gesammt- Einkom- 
men der Klasse von 1402,6 Millionen M., oder ebenso viel, 
aIs wenn wir im allgemeinen Durchschnitt 400 M. pro Er- 
werbenden annehmen. 

Wir haben früher darauf hingewiesen, dass die neueste 
Sächsische Einkommen-Statistik geeignet sei, für ähnliche 
Ermittelungen in anderen Ländern zur Kontrole zu dienen, 
namentlich was die Verhältnisse der unteren Klasse betrift't, 
und wir wollen jetzt die Probe hierauf machen. Für Sach- 
sen wie für Preussen kommt hier das nämliche Jahr 1878 
zur Vergleichung. 

Bei erster Betrachtung scheint eine bedeutende Di- 
vergenz obzuwalten. In Sachsen hat man in die Klassen 
bis 500 M. Einkommen, einschliesslich 79,938 Steuerfreie, 
eingeschätzt 472,644 physische Personen mit 179,311,556 M. 
Einkommen (durchschnittlich 379 M.). Wird angenommen, 
dass die socialen und wirthschaftlichen Verhältnisse im 
Preussischen Staate im Ganzen und durchschnittlich denen 
in Sachsen ziemlich gleich seien, so wären, da Preussen 



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32 

etwa neun Mal so viel Bewohner zählt als Sachsen 
(25,742,000 gegen 2,761,000 nach der Zählung von 1875), 
hiernach für ersteres in den Klassen bis 500 M. Ein- 
kommen zu präsumiren etwa 4,254,000 Erwerbende mit 
1613,8 Millionen M. Einkommen. Dagegen zeigen die bis 
zur Grenze von 420 M. (nach unserer Annahme in Wirk- 
lichkeit 525 M.) Jahres-Einkommen im Preussischen Staate 
eingeschätzten Erwerbenden die Zahl von 3,506,423 mit 1402,« 
Millionen M. (durchschnittlich 400 M.) Einkommen. Die etwas 
grössere Zahl der Erwerbenden in den unteren Klassen in 
Sachsen, im Vergleich mit Freussen, lässt sich genügend 
dadurch erklären, dass nach dem jetzigen Einkommensteuer- 
gesetz in Sachsen auch die Frauen und Kinder, die in der 
Haushaltung des Ehemanns und Vaters leben, sobald sie einen 
selbständigen Erwerb haben , besonders eingeschätzt werden, 
während in Preussen jetzt die zu einem und demselben 
Haushalt gehörenden Personen und ihr Erwerb in der Regel 
zusammengerechnet werden und jeder Haushalt nur als ein 
Censit gilt. Ist die Voraussetzung richtig, dass die Säch- 
sischen und die Preussischen wirthschaftlichen Zustände im 
Ganzen wesentlich übereinstimmen, so würde dieser Um- 
stand das Zahlenverhältniss der Personen erklären, aber in 
Rücksicht der Grösse des Einkommens für Preussen ein 
ziemlich höheres durchschnittliches Einkommen zu erwarten 
sein. Der obige Vergleich würde daraufhinweisen, dass unsere 
Annahme des durchschnittlichen Einkommens der Haus- 
haltungen in der untersten Klasse mit 500 M. noch etwas 
zu niedrig gegriffen sein dürfte. Dies Moment erscheint 
jedoch im Vergleich zum Ganzen nicht sehr erheblich und 
man darf behaupten, dass die genaue Sächsische Einkommen- 



\ 



I 



33 

Statistik eine erwünschte Bestätigung der annähernden Rich- 
tigkeit unserer Annahmen des durchschnittlichen Einkom- 
mens in der steuerfreien Klasse im Preussischen Staate 
gewährt. 

V. 

Die andere vorweg noch besonders zu erörternde Frage 
betrifft das Erforderniss eines Zuschlags zu dem einge- 
schätzten Einkommen, um das wirkliche Einkommen an- 
nähernd festzustellen. 

Während bei der Sächsischen Einkommen- Statistik der 
Gedanke eines solchen Zuschlags fern liegt, weil die Methode 
und Ausführung der wiederholten speziellen Einschätzungen 
die Voraussetzung begründen, dass die unvermeidlichen Ab- 
weichungen der Wirklichkeit eben so leicht im Mehr wie 
im Minder sich vorlinden dürften, ist es allgemein anerkannt, 
dass die Einschätzungen zur Klassen- und Einkommensteuer 
im Preussischen Staate fast durchweg hinter dem wirklichen 
Einkommen der Steuerpflichtigen mehr oder minder zurück- 
blieben. Zugleich ist aber nicht weniger notorisch, dass seit 
dem Inkrafttreten des Gesetzes wegen Einführung einer 
Klassen- und klassifizirten Einkommensteuer in dem Jahre 
1852 die Einschätzungen im Ganzen genommen von Jahr 
zu Jahr immer schärfer geworden und der Wirklichkeit 
näher gekommen sind, obschon sich hierbei ein gleich- 
massiges Fortschreiten in den verschiedenen Zeitperioden 
oder in den einzelnen Landestheilen und nach den ver- 
schiedenen Kategorien der Steuerpflichtigen keineswegs ge- 
zeigt hat, vielmehr gerade über die Ungleichmässigkeit der 

Soetbeer, Volkseinkominen. 3 



4 






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; 



34 

Einschätzungen je länger je mehr geklagt worden ist. In 
einzelnen Steuerbezirken bemerkt man freilich auch jetzt 
noch ein auffallendes Zurückbleiben der Einschätzungen 
hinter dem aus sonstigen Anzeichen zu präsumirenden Be- 
trage der wirklichen Einkommen, wogegen in anderen 
Steuerbezirken und selbst ganzen Regierungskreisen in 
neuerer Zeit eine wesentliche Annäherung des eingeschätzten 
zu dem wirklichen Einkommen sich entwickelt hat. In 
dieser Hinsicht ist insbesondere in der Praxis der letzten 
Jahre eine erhebliche Aenderung eingetreten, von selbst 
veranlasst durch natürliche Vorgänge. Der Aufschwung 
in fast allen wirthschaftlichen Beziehungen und das sich 
daran knüpfende Steigen der Löhne, der Gehalte und der 
meisten sonstigen Einkommensquellen, welche in den ersten 
Jahren nach 1870 stattfanden, mussten nothwendig auch eine 
Erhöhung der darauf folgenden Einschätzungen herbeiführen. 
Nachdem solche Erhöhungen aber einmal in die Steuerrollen 
Eingang gefunden hatten, begreift es sich leicht, dass auch 
bei den seitdem eingetretenen ungünstigeren wirthschaftlichen 
Zuständen ein entsprechender Rückgang in den Ein- 
schätzungen nicht leicht stattfinden konnte und im Ganzen 
thatsächlich auch nicht stattgefunden hat. Denn es ist offen- 
bar etwas Anderes für die Einschätzungsbehörden, bei ganz 
neuen Einschätzungen oder in der Wiederholung der einmal 
eingetragenen Steuerbeträge praktisch keine besondere Strenge 
zu beobachten (da das Gesetz nur vorschreibt, „dass der 
Jahresbetrag der Steuer drei Prozent des Einkommens nicht 
übersteigen" und ein „tieferes Eindringen in die Ein- 
kommensverhältnisse der Steuerpflichtigen'' nicht stiittiinden 
soll), als eine einmal vorgenommene Erhöhung wieder rück- 












35 



gängig zu machen, wenn diese höhere Schätzung immer noch 
hinter den wirklichen Einkommensverhältnissen zurück- 
geblieben ist und also zu Reklamationen triftige Gründe 
nicht vorliegen. 

Es erscheint uns hiernach nicht zweifelhaft, dass die 
seit 1875 vorgenommenen Einschätzungen zur Klassen- und 
Einkommensteuer im Preussischen Staate, im Ganzen be- 
trachtet und durchschnittlich gerechnet, der Wirklichkeit 
erheblich näher stehen als früher und dass die noch fort- 
dauernden häufigen Behauptungen über die Niedrigkeit der 
Einschätzungen für übertrieben zu erachten sind. 

Bekanntlich wird ein sehr grosser Theil, ja vielerwärts 
bei weitem das Meiste der Kommunalabgaben durch Zu- 
schläge zu den staatlichen Klassen- und Einkommensteuern 
erhoben. Dies muss auf die Einschätzungsbehörden nach 
zwei gerade entgegengesetzten Richtungen einen gewissen 
Einfluss ausüben, indem Vertreter der Kommunalbehörden 
dabei wesentlich mitwirken. Zu niedrige Einschätzungen 
zu den Staatssteuern verkürzen an sich auch den Ertrag 
der Kommunalsteuern, den zu beeinträchtigen das Interesse 
der eigenen Verwaltung dringend abrathen muss. Anderer- 
seits würde in den Ortschaften, wo die Kommunalzuschläge 
das Doppelte, Dreifache und mehr der Staatssteuern betragen, 
die richtige Einschätzung zu nahezu drei Prozent des wirk- 
lichen Einkommens zusammen mit den Kommunalsteuern 
eine Belastung mit 9'Vo oder 12% ^^^ selbst mehr vom Ein- 
kommen zur Folge haben, wobei jedoch die Gehalte der 
Beamten nur die Hälfte der Ansätze zur Kommunalsteuer 
zu tragen haben. Durch milde Einschätzungen des Ein- 
kommens für die staatliche Klassen- und Einkommensteuer 

3* 



\ 






36 

kann ungeachtet der Steigerung des Kommunal-Zuschlags 
die Zuziehung der übrigen Einkommen zur Bestreitung der 
Koramunalausgaben etwas schonender behandelt werden. 

Grosses Gewicht sclieint im Vergleich zum Ganzen 
diesem Umstände freilich nicht beigelegt werden zu dürfen, 
aber wir glaubten denselben doch nicht ganz unerwähnt 
lassen zu sollen. — 

Ist man aber allseitig einverstanden, dass es unab- 
weislich ist, um das wirkliche Volks-Einkommen im Preus- 
sischen Staate annähernd richtig zu veranschlagen, höhere 
Beträge als die Veranlagungen zur Klassen- und Einkommen- 
steuer anzunehmen, so fragt es sich weiter, um wie viel ist 
solche erhöhte Berechnung vorzunehmen. Und auch hier 
müssen wir, wie vorhin bei der Annahme des durchschnitt- 
lichen Einkommens der dürftigen Klasse, bei welcher eine 
specielle Einschätzung nicht geschieht, offen einräumen, dass 
es eine absolute Unmöglichkeit ist, einen bestimmten Ansatz 
mit einiger Zuversicht rechnungsmässig zu ermitteln, und 
dass deshalb nichts übrig bleibt, als mit umsichtiger Berück- 
sichtigung bekannter thatsächlicher verschiedener Verhält- 
nisse und sachverständiger Meinungen eine muthmassliche 
Schätzung eintreten zu lassen. Bei unseren früheren Ver- 
anschlagungen haben wir geglaubt, im grossen Durchschnitt 
einen Zuschlag von 25^/0 aut die eingeschätzten Beträge 
der Einkommen machen zu sollen, indem uns eine Erhöhung 
um 20% zu wenig, um 30% hingegen zu viel erschien. 
Hierbei war das durchschnittliche Verhältniss aller Landes- 
theile und Steuerbezirke sowie aller Klassen der Bevölkerung 
cremeint, denn darüber kann ein Zweifel wohl nicht bestehen, 




/ 



\\ 



37 

dass für manche Steuerbezirke eine Erhöhung um 25% 
bedeutend zu hoch und für andere zu niedrig auskommen 
wird. 

Herr Samter hat in seiner mehrerwähnten Abhandlung 
einen erheblich höheren Zuschlag in Rechnung gebracht. 
Er äussert sich hierüber wie folgt: „Im Allgemeinen kann 
man annehmen, dass das wirkliche Einkommen das 1 V2-fache 
von dem ist, welches die Besteuerung zum Grunde legt. 
Mag es oft bei den höheren Stufen auch wesentlich höher 
sein, so ist es bei vielen auch nur so hoch, wie veranlagt, 
und es mag auch vorkommen, dass es geringer ist. Den 
Ausschlag giebt das unterste Einkommen, das mit 540 M. 
zu veranschlagen ist. Mag es auch in gewissen Gegenden 
in der That niedriger sein, so ist es dagegen in anderen 
ein sehr viel höheres." 

Im Abgeordneten-Hause ist seit 1873 fast jedes Jahr 
die Ungleichheit der Einschätzungen in den verschiedenen 
Landestheilen eingehend zur Sprache gebracht und dabei 
namentlich mehrfach hervorgehoben, dass vielerwärts, nicht 
nur, was wir oben schon berührten, in der untersten Stufe 
der Khissensteuer , sondern auch sonst, die Veranlagungen 
wesentlich zu niedrig seien. Von anderen Seiten sind der- 
artige Behauptungen ebenso entschieden, als in den meisten 
Fällen sehr übertrieben, abgewiesen worden. Nur zu leicht 
werden bei solchen öffentlichen Verhandlungen als Belege 
einzelne Beispiele geltend gemacht, die doch in der That 
an ich noch nichts beweisen, da man diese Dinge nur nach 
Durchschnitten einer grösseren Zahl von nachgewiesenen 
Fällen oder zuverlässigen allgemeinen Wahrnehmungen be- 
urtheilen darf. 



38 



Die erwähnten Verhandlungen im Landtage und die 
publicistischen Erörterungen haben unzweifelhaft dahin ge- 
wirkt, dass seit einigen Jahren die Veranlagungen zur 
Klassensteuer und Einkommensteuer in den verschiedenen 
Landestheilen gleichmässiger und vielerwärts schärfer ge- 
worden sind, weshalb es um so weniger geboten erscheint, 
jetzt den in Rede stehenden durchschnittlichen Zuschlag zu 
den Einschätzungen höher als 25% anzusetzen. In Frage 
könnte eher kommen, ob solcher Zuschlag nicht vielleicht 
für 1876 bis 1878 um 1% oder20o oder S^o zu ermässigen 
und dagegen für 1872 bis 1874 in ähnlichem Verhältniss 
zu erhöhen sein möchte, um mittelst solcher Berechnung der 
Wirklichkeit noch etwas näher zu kommen. Wir haben es 
jedoch nicht gethan, weil es misslich erschien, in dieser Be- 
ziehung, wo es sich um einen allgemeinen Durchschnitt in 
grossem Massstabe nach subjektiver Auffassung handelt, in 
muthmasslichen minder bedeutenden Unterscheidungen ohne 
positiven Anhaltspunkt weiter zu gehen. — Nur für eine 
Kategorie der Steuerpflichtigen haben wir geglaubt, den 
durchschnittlichen Zuschlag von 25o/o auf 10% einschränken 
zu sollen, nämlich bei den sehr grossen Einkommen, den 
über 100,000 M. Die hierin stattfindenden Schwankungen 
in den einzelnen Jahren scheinen uns darauf hinzuweisen, 
dass den betreffenden Einschätzungen in vielen Fällen mehr 
oder minder gewisse Angaben der Betheiligten zum Grunde 
gelegt worden sind, und damit dürfte ein Zurückbleibender 
Einschätzungen hinter der Wirklichkeit um ein volles Vier- 
theil durchschnittlich genommen, ausgeschlossen sein. — 



39 



VI. 

Bei unseren früheren Zusammenstellungen über das 
Volks-Einkommen im Preussischen Staate haben wir die 
einzelnen auf den Veranlagungen zur Klassen- und Ein- 
kommensteuer beruhenden Ermittelungen in sechs Kategorien 
zusammengefasst, nämlich : 

A. Dürftige Einkommen ; die frühere Stufe 1 a der Klassen- 
steuer, seit 1874 die nach dem Gesetze vom 25. Mai 
1873 von Entrichtung der Klassensteuer befreieten Er- 
werbsthätigen , von denen die Einschätzungsbehörden 
annehmen, dass ihr jährliches Einkommen 420 M. nicht 
erreicht. — Nach unserer Auffassung würde die obere 
Grenze des zu präsumirenden wirklichen Einkommens 
in dieser Abtheilung etwa 525 M. sein, das durch- 
schnittliche Einkommen aber bei den Haushaltungen 
500 M. und bei den Einzel-Erwerbenden 350 M., im 
Ganzen aber 400 M. 

B. Kleine Einkommen; die jetzigen Stufen 1 bis 7 der 
Klassensteuer. Nach den Veranlagungen Einkommen 
von 420 M. bis 1650 M., nach unserer Berechnung 
Einkommen von 525 M. bis 2000 M. 

C. Massige Einkommen; die Stufen 8 bis 12 der Klassen- 
steuer und Stufen 1 bis 3 der Einkommensteuer. Nach 
den Veranlagungen Einkommen von 1600 M. bis 4800 M., 
nach unserer Berechnung Einkommen von 2000 M. bis 
6000 M. 

D. Mittlere Einkommen i); die Stufen 4 bis 12 der Ein- 



1) Die Bezeichnung „mittlere Einkommen" haben wir für diese 
Abtheilunpf nur deshalb beibehalten, weil uns eine passendere bisher 



40 



41 



kommensteuer. Nach den Veranlagungen 4800 M. bis 
16800 M.; nach unserer Berechnung Einkommen von 
6000 bis 20,000 M. 

E. Grosse Einkommen; die Stufen 13 bis 24 der Ein- 
kommensteuer. Nacii den Veranlagungen 16,800 M. 
bis 84,000 jVI.; nach unsern Berechnungen Einkommen 
von 20,000 bis 100,000 M. 

F. Sehr orrosse Einkommen: die höheren Stufen der Ein- 
kommensteuer von Stufe 25 (Veranlagung 84,000 M. 
und darüber) an. Nach unserer Berechnung Ein- 
kommen über 100,000 M., ohne Maximalgrenze. 

Die neue Einkommen-Statistik des Königreichs Sachsen 
hat ihre 200 Klassen, wie bereits erwähnt, unter vier Ab- 
theilungen oder Hauptklassen gebracht, nämlich 

I. Aermere Klasse bis zu 800 M. 
IL Älittlere Klasse von über 800 bis 3300 M. 



nicht bekannt geworden ist. Bei „mittleren" Einkommen liegt es 
nahe, an den sogen. Mittelstand zu denken, welcher indess vornämlich 
mit Einkommen von etwa 2UU0 bis 4000 M. wirthschaften dürfte, also 
mit in Abtheilung C fallen würde. Haushaltungen und gar Einzelne 
mit Einkommen zwischen 6000 M. und 20,000 M. gehören zu denen, 
die sich eines gewissen Wohlstandes erfreuen. Bei „mittleren Ein- 
kommen" haben wir an solche gedacht, welche in der Mitte liegen 
zwischen „massigen" Einkommc^i und „grossen" Einkommen, jene 
mit 6000 M. abschliessend, diese" mit 20,000 M. beginnend. Eine uns 
vorzuschlagende passendere Bezeichnung werden wir gern annehmen. 

Wir benutzen diese Gelegenheit, um auf eine gründliche Unter- 
suchung hinzuweisen, welche u. A. auch die „Abstufungen des Wohl- 
standes nach den Steuerlisten" erörtert und deren Ergebnisse mit 
unserer Auffassung in Uebereinstimmung stehen. Es ist das 5. Heft 
der von G. Schmoller herausgegebenen „Staats- und socialwissen- 
schaftliche Forschungen" und führt den Titel: Die Gliederung der 
Gesellschaft nachdem Wohlstande etc. Von R. Michaelis. Leipzig 1878. 



[H 



Jll. Wohlhabende Klasse von über 3300 M. bis 9600 M. 
IV. Reiche Klasse von über 9600 M. 

Diese Eintheilung halten wir für nicht so passend wie 
unsere sechs Klassen , weil es in socialpolitischer Be- 
ziehung von bedeutendem Interesse erscheint, den Umfang 
der wirklich dürftigen Klasse, wozu wir bei der gegen- 
wärtigen Kaufkrai't des Geldes Einkommen unter 525 M. 
rechnen, und andererseits der wirklich reichen Klasse mit 
Einkommen über 100,000 M., in der allgemeinen Uebersicht 
getrennt aufzuführen. 

Noch weniger haben wir an Stelle unserer Eintheilung 
die von Herrn Samter gewählte setzen wollen, welcher 
unterscheidet: 1) dürftige Verhältnisse, 360 bis 750 M. Ein- 
kommen; — 2) erträgliche Verhältnisse, 750 bis 1500 M.; — 
3) gute Verhältnisse, 1500 M. bis 3000 M.: — 4) reiche 
Verhältnisse, über 3000 M. 

Wir sind weit entfernt davon, die von uns angenommene 
Eintheilung anders motiviren zu wollen als durch die Be- 
merkung, dass dieselbe eine passende Mitte zu halten scheine 
zwischen zu weit gehender Spezifikation, welche die Ueber- 
sicht erschwert, und zu umfassenden wenigen Abtheilungen, 
bei denen die beabsichtigten hauptsächlichen socialen Unter- 
scheidungen nicht zum Ausdruck gelangen. 

Auch dürfte es sich gewiss empfehlen, die nach sorg- 
fältiger Ueberlegung einmal festgesetzten Kategorien beizu- 
behalten, so lange nicht augenscheinlich Besseres in Vor- 
schlag gebracht ist. Rein objektive Momente oder feste Ab- 
grenzungen sind leider für die Eintheilung der Einkommen 
hl einige Hauptklassen nicht gegeben und ist solche daher in 
allen Fällen nach subjektivem besten Ermessen vorzunehmen. 



\ 



^ I 



42 



VII. 

Unsere Zusammenstellung geht nicht hinter das Jahr 1872 
zurück, weil für die vorangegangenen Jahre das Material 
wesentlich unvollständiger vorliegt und namentlich die Ver- 
anlagungen erst seitdem den wirklichen Einkommensverhält- 
nissen in vielen Steuerbezirken näher gekommen sind. Hin- 
sichtlich der Jahre 1872 bis 1874 mussten freilich noch 
einige ziffermässige Aufstellungen durch Kombinationen, 
auf Grund der in den unmittelbar folgenden Jahren statt- 
gehabten positiven Ermittelungen, ergänzt werden. Es hätte 
uns manche Mühe erspart , wenn die hier vorzulegenden 
vergleichenden Uebersichten des Umfangs und der Verthei- 
lung des Volks-Einkommens auf die vier Jahre 1875 bis 
1878 beschränkt worden wären. Da jedoch zu den erforder- 
lichen Kombinationen im Grossen und Ganzen genügende 
Anhaltspunkte und Fundamente auch für die drei vorher- 
gehenden Jahre gegeben erschienen, um in der Hauptsache 
nicht fehlzugreifen, und da andererseits gerade die Gestaltung 
der Einkommenverhältnisse in den Jahren 1872 und 1873 
für die Vergleichung besonderes Interesse erweckt, haben 
wir unsere Zusammenstellung mit dem Jahre 1872 begonnen. 

Wollte man, wie es für Grossbritannien häufig ge- 
schieht, die Zunahme des Volks-Einkommens im Preussischen 
Staate einfach nach den Einschätzungen zur Einkommen- 
steuer veranschlagen, so würde sich ein augenscheinlich 
ganz unrichtiges Resultat herausstellen, denn die Ein- 
schätzungen sind in ungleich rascherer Progression gestiegen 
als die Zunahme des \^rklichen Volks-Einkommens übei*- 
haupt möglich erscheint. 




43 

Dies wird von selbst aus der nachstehenden Verglei- 
chung erhellen, welche nur die älteren Provinzen begreift, 
da selbstverständlich die in Folge der Annexionen von 1866 
eingetretene Zunahme der Einkommensteuer hier ausser 
Betracht bleiben muss. ^) 

In den älteren Provinzen des Preussischen Staats be- 
trugen die Zahl der zur Einkommensteuer eingeschätzten 
Erwerbenden (Haushaltungen und Einzel-Erwerbende zu- 
sammen), der Ertrag dieser Steuer und das dazu veranlagte 
Einkommen wie folgt: 



Jahre 


Censiten 
zur Ein- 
kommen- 


Veranlagte 
Steuer 


Eingeschätztes Ein 


kommen 

procentweise 




steuer 


Mark 


Mark 


Steigerung 


1854 


47,722 


8,409,700 


302,300,000 


100 


1860 


59,903 


10,936,000 


393,100,000 


130 


1864 


68,111 


12,660,000 


455,100,000 


155 


1871 


98,150 


20,876,500 


754,000,000 


248 


1876 


126,272 


25,299,800 


909,400,000 


301 


1878 


133,819 


26,633,400 


957,300,000 


317 



Vergleichen wir die Zunahme der im Vereinigten König- 
reiche zur Einkommensteuer gezogenen Einkommen (über 
100 £) von 5738 Millionen M. i. J. 1853—54 auf 11564 
Millionen M. i. J. 1877—78, also um etwa 100 %, so 
wird man schon hieraus den Schluss abnehmen, dass in 
Preussen in gleichem Zeitraum die Einkommen über 3000 M. 
unmöglich um mehr als 200 ^Iq gestiegen sein können. 



1) Wir bemerken noch, dass in den HohenzoUernschen Landen 
weder die Klassensteuer noch die Einkommensteuer erhoben wird, was 
für sämmtliche betreffenden Angaben in dieser Abhandlung gilt. 






r 



J 



4 








44 

Auf eine weitere Vergleichiing der Preussischen und 
Britischen Einkommenverhältnisse werden wir weiter unten 
noch zurückkommen. 

VIII. 

Die für unsere Zusammenstellungen und Schätzungen 
benutzten amtlichen Vorlagen finden sich in den Akten- 
stücken zu den stenographischen Berichten über die Ver- 
handlungen des Preussischen Flauses der Abgeordneten 
veröffentlicht und führen meistens die Ueberschrift „Nach- 
weisung über die Anzahl der für das Jahr zur 

klassifizirten Einkommensteuer [resp. zur Klassensteuer] ver- 
anlagten Personen und den Betrag der liir dasselbe ver- 
anlagten Steuer". (Verhandl. 1871—72, Aktenst. Nr. 338; — 
Verhandl. 1872-73, No. 9; - Verhandl. 1873-74, No. 26; — 
Verhandl. 1875, No. 10; — Verhandl. 1876, No. 8; — 
Verhandl. 1877, No. 6; - Verhandl. 1877—78, No. 9; — 
Verhandl. 1878—79 No. 19.) — Von den früheren Unter- 
suchungen über das Volks-Einkommen im Preussischen Staate 
erwähnen wir: 

Das Einkommen der Bevölkerung in Preussen. Von 
A. Samter. (Aus den Schriften der Königlichen physi- 
kalisch-ökonomischen Gesellschaft in Königsberg. 1873.) 

Die Klassensteuer und klassifizirte Einkommensteuer 
und die Einkommensvertheilung im Preussischen Staate in 
den Jahren 1852 bis 1875. Von Dr. Engel. (Zeitschrift 
des Königl. Preussischen Statistischen Bureaus. XV. Jahrg. 
1875. S. 105—148.) 

Das Gesammt-Einkommen und dessen Vertheilung im 
Preussischen Staate. Von Dr. Soetbeer. (Der Arbeiter- 
freund. Jahrg. 1875. S. 273-302.) 



.11 



.*t 



45 



Die Klassen- und Einkommensteuer und die Einkommen- 
vertheilung im Preussischen Staate. I — V. (Concordia, Jahrg. 
1875, S. 106 ff.) 

Einkommen - Einschätzungen in Preussen , in Sachsen 
und in England. Von E. N. (Concordia, Jahrg. 1875, 
S. 193 ff.) 

Die aus den eben erwähnten Materialien und nach den 
vorangegangenen Erörterungen sich ergebenden annähernden 
Schätzungen des Volks-Einkommens im Preussischen Staate 
in den sieben Jahren 1872 bis 1878 sollen nunmehr in 
zweifacher Zusammenstellung mitgetheilt werden , einmal 
das Gesammt-Einkommen und dessen Vertheilung nach den 
einzelnen Jahren, und sodann die Gestaltung der ver- 
schiedenen Einkommenklassen während des erwähnten 
Zeitraums. 

18 72* 



Eiiikommenklassen. 






A. DüiftigeEinkommen 
bis 525 M 

B. Kleine Einkommen 
über525M.bis2000M. 

C. Massige Einkommen 
üb.2000M.bis6000M. 

D. Mittlere Einkommen 
über 6000 M. bis 
20,000 M 

E. Grosse Einkommen 
über 20,000 M. bis 
100,000 M 

F. Sehr grosse Einkom- 
men über 100,000 M. 

Zusammen 



Zahl der Censiten 
ohne mit den 



Angehörige 

Personen o/o 



; Angehörigen 

I Personen 



'/o 



Betrag des Einkommens 

Ipr.Kopf 
!der Be- 
Völker. 
Mark i Mark 



im Ganzen 

Mark ' « 



pro 
Censit || 



3,150,00039,10 6,242,000 

I 'l 

' !1 

4,530,00056,20 16,217,480 
331,658 4,12 1,191,100 



40,091 0,50 



6077 
357 



8,058,183 



•0,08 

100 



146,000 




'23,820,000 



26,21 



68,08 



5,00 



0,G1 



1260,000,000 



3985,000,000 



1031,400,000 



385,600,000 



18,08 



57,i8l 



400 202 



880 



14,80: 3110, 



5,53 



9616 



245 



sm 



2641 



226,260,000 3,25 37,23210,229 



81,125,0001 l,i6;227,241 



6969,385,000: 100 1 865 

i 11 I 



62,403 
293 



> '1 






f 



DAMAGED PAGE^) 



46 
18 73. 



Einkommenklassen. 



A. DürftigeEinkommen 
bis 525 M 

B. Kleine Einkommen 
über525M. bi82000M. 

C. Massige Einkommen 
üb.2000M.bi8 6000M. 

D. Mittlere Einkommen 
über 6000 M. bis 
20,000 M 

E. Grosse Einkommen 
über 20,000 M. bis 
100,000 M 

F. Sehr grosse Einkom- 
men über 100,000 M. 

Zusammen 



Zahl der Censiten 
ohne H mit den 
Angehörige i Angehörigen 



Personen 1 0/ 



Personen j % 



Betrag des Einkommens 
im Ganzen 

Mark I o/q 



pro 
Censit 



Mark 



pro 
Kop 

Mark 



3,200,000 
4,544,000 
343,493 

45,299 

7138 
508 



39,31 

55,82 
4,22 

0,56 



8,140,438 



0,09 

100 



6,366,000 

16,267,500 

1,233,900 

164.900 

25,900 



26,46 

67,61 

5,13 
0,69 



1280,000,000 
4160,000,000 



17,79 

55,81 



1078,549,000 14,99 



1800 
j24,060,000 

18 74. 



•0,11 
100 



436,309,000 

270,545,000 
114,212,000 



7195,615,000 



6,06 

3,76 
1,59, 

100 




37,90210,466 



224,826 63,451 



884 



299 



Einkommenklassen. 



A. DürftigeEinkommen 
bis 525 M 3,250,000 

B. Kleine Einkommen 
über524M.bis2000M. 4,545,000 

C. Massige Einkommen 
üb.2000M. bisöOOOM. 364,937 

D. Mittlere Einkommen 
über 6000 M. bis 
20,000 M 52,476 

E. Grosse Einkommen 
über 20,000 M. bis 
100,000 M 7065 

F. Sehr grosse Einkom- 
men über 100,000 M. 551 

Zusammen .... 



Z ahl der Censiten 

ohne mit den 

Angehörige Angehörigen 

J'ef'^onen | % j| Personen 1 % 



39,54: 

55,29 

4,44 

0,64 
[0,09 



1 

16,477,700 67,1814168,430,000 55,34 



6,500,000 26,50 



Betrag des Einkommens 

im Ganzen P*"^ [ P^» 

Censit ij Kopf 



Mark 



/o 



Mark I Mark 



1300,000,00017,21 



1,326,600 

192,600 

26,900 
2000 



5,41 



0,79 






[0,12 



1146,260,000 



506,840,000 



15,22 



6,73 



3,83 



4oa 

917 
3141 

9658 



200 
253 
857 

2632 



40,919' 10,747 



289,090,000 

121,750,000 1,621220,962 60,587 



18,220,029^ 100|'24,525,800J 100 J7532,270,OOol 100 i 916 307 



<. 



').. 



47 



1875, 



1 Einkommenklassen. 



V 



/\ 



Zahl der Censiten 



ohne 
Angehörige 

Personen "/o 



mit den 
Angehörigen 

Personen /o 






\. DürftigeEinkommen 
bis 525 M 

b. Kleine Einkommen 
über524M.bis2000M. 

C. Massige Einkommen 
üb.2000M.bi86000M. 

D. Mittlere Einkommen 
über 6000 M. bis 
20,000 M. 

K Grosse Einkommen 
über 20,000 M. bis 
100,000 M 

F. Sehr gi-osse Einkom- 
men über 100,000 M. 

Zusammen 



T I 



3,300,000 

4,563,504 

373,855 

56,014 

7381 

_ 533 

8,301,287 



39,77 
54,95 



4,50 



0,68 



io.io 



6,330,000 

16,607,042 

1,373,400 

203,800 

26,900 
1940 



25,79 
67,66 



5,60 



0,83 



0,12 



100 ; 24,543,082, 100 

II I • 

18 76. 



Betrag des Einkommens 
im Ganzen 

Mark ! '/o 



pro pro 
I Censit ll Kopf 

Mark i Mark 



1320,000,000 

4185,962,600 
1184,409,000 



539,595,400 



283,878,700 
114,463,000 



7628,308,700 



17,80 

54,88 
15,53 



400 



917 



208 



252 



3163 863 



7,07 9603, 2648 



3,72 38,461,10,553 



1,50 214,752 59,000 
100 919 311 



/ 



Einkommenklassen. 



f 



Zah 1 der Censiten 



ohne 
Angehörige 

Personen 7o 



mit den 
Angehörigen 

Personen I **/o 



Betrag des Einkommens 
im Ganzen 



Mark 



/o 



pro pro 
Censit u Kopf 

Mark Mark 



i 



\ 



/ 



A. DürftigeEinkommen 
bis 525 M 

B. Kleine Einkommen 
über525M.bis2000M. 

C. Massige Einkommen 
üb.2000M.bi86000M. 

D. Mittlere Einkommen 
über 6000 M. bis 
20,000 M 

£. Grosse Einkommen 
über 20,000 M. bis 
100,000 M 

F. Sehr grosse Einkom- 
men über 100,000 M. 

Zusammen 



3,311,752 39,11 



4,704,757 55,57 



384,248 



4,53 



58,286 0,69 



7501 



532 



0,10 



8,467,076, 100 



6,369,856 

16,840,444 

1,381,044 

212,200 

27,300 
1940 



24,832,784 



25,65 



67,8: 



5,56 



0,85 



>0,1S 

100 



1324,701,000 16,86 



4354,426,600 
1219,543,600 



559,639,100 



285,736,000 
100,146.000 



7857,192,300 



55,42 
15,52 



7,12 



400, 208 

926ij 258 
3174 833 



9601, 2637 



3,64| 38,093il0,467 



1,44 212,68158,323 



100 



928'! 316 



iHi^'^sir:. 



.3v^Vc 



m 








46 

1873, 



Einkommeoklassen. 



A. DürftigeEinkommen 
bis 525 M 

B. Kleine Einkommen 
über525 M. bis 2000M. 

C. Massige Einkommen 
üb.2000M.bis6000M. 

D. Mittlere Einkommen 
über 6000 M. bis 
20,000 M 

E. Grosse Einkommen 
über 20,000 M. bis 
100,000 M 

F. Sehr grosse Einkom- 
men über 100,000 xM. 



Zahl der Censiten | Betrag des Einkommens 
ohne H mit den 



Angehörige 

Personen 1 o/^ 



Angehörigen 
Personen 1 o/^ 



3,200,000 
4,544,000 
343,493 

45,299 

7138 

508 



39,3 

55,82 
4,22 

0,5C 



Zusammen 8,140,438 



0,09 



6,366,000 

16,267.500 

1,233,900 

164,900 



25,900 



im Ganzen 

Mark I 0/^ 



1800 
100jj24,060,000 

18 74. 



26,46 1280,000,000 

67,61 4160,000,000 

5,13 1078,549,000 

0,c9 436,309,000 

270,545,000 

114,212,000 
7195,615,000 





17,79 


m 


55,81 


884 


14,99 


3140 


6,06 


9632 



3,76 



37,902 




10,466 



1,59 224,826:63,451 



100 



884'! 299 



^84^ 



Einkommenklassen. 



A. DürftigeEinkommen 
bis 525 M 

B. Kleine Einkommen 
über524M.bi82000M. 

C. Massige Einkommen 
üb.2000M.bis6000M. 

D. Mittlere Einkommen 
über 6000 M. bis 
20,000 M 

E. Grosse Einkommen 
über 20,000 M. bis 
100,000 M 

F. Sehr grosse Einkom- 
men über 100,000 M. 

Zusammen 



Z ahl der Censiten 
ohne j mit den 
Angehörige ' Angehörigen 
Personen | % ll Personen | % 



3,250,000 
4,545,000 
364,937 



39,54| 6,500,000 



52,476 

7065 
551 



55,29 
4,44 

0,64 



8,220,029 



io,09 



16,477,700 
1,326,600 

192,<300 

26,900 
2000 



26,50 
67,18 

5,41 
0,79 



Betrag des Einkommens 



im Ganzen 'i P"> 
Censit 



Mark 






Mark 



pro 
Kopf 

Mark 



•0,12 



100,i24,525,800j 100 7532,270,000 



1300,000,000 
4168,430,000 
1146,260,000 

506,840,000 

289,090,000 
121,750,000 



17,26 
55,34 
15,22 

6,73 

3,83 



1,62 
100 



40Q 

917 

3141 

9658 



200 
258 
857 

2632 






40,91910,747 



220,962 60,587 ^> 
916' 307 



( 



I 



. 1 



47 



1875. 



Einkommenklassen. 



\.. DürftigeEinkommen 

i bis 525 M 

'ji. Kleine Einkommen 
über524M.bi82000M. 

C. Massige Einkommen 
üb.2000M.bis6000M. 

D. Mittlere Einkommen 
über 6000 M. bis 
20,000 M 

E. Grosse Einkommen 
über 20,000 M. bis 
100,000 M 

F. Sehr grosse Einkom- 
men über 100,000 M. 

Zusammen 



Zahl der Censiten 



ohne 
Angehörige 

Personen 1 % 



mit den 
Angehörigen 

Personen /o 



3,300,000 

4,563,504 

373,855 



56,014 

7381 

_ ^33 

8,301,287 



39,77 
54,95 



4,50 



0,68 



h 



I 



6,330,000 

16,607,042 

1,373,400 



25,79 

67,66 

5,60 



203,800 0,83 



26,900 
1940 



0,12 



100124,543,082; 100 

II 1 

18 76. 



Betrag des Einkommens 
im Ganzen 

Mark 



0/ 

/o 



pro 
Censit 



Mark 



pro 
Kopf 

Mark 



1320,000,000 
4185,962,600 
1184,409,000 



539,595,400 



283,878,700 
114,463,000 



17,301 400 208 



54,88 917; 252 



15,53 3163 863 



7,07 9603 2648 



3,72 38,46110,553 



1,50 '214,752 59,000 
7628,308,700; 100 | 919 311 



Einkommenklassen . 



Zah 1 der Censiten 



ohne 
Angehörige 

Personen /o 



mit den 
Angehörigen 

T> 10/ 

Personen I /o 



Betragdes Einkommens 
im Ganzen 

Mark 7o 



pro I pro 
jKopf 



Censit 

Mark 



Mark 



A. DürftigeEinkommen 
bis 525 M 

B. Kleine Einkommen 
über525M.bis2000M. 

C. Massige Einkommen 
üb.2000M.bis6000M. 

D. Mittlere Einkommen 
über 6000 M. bis 
20,000 M 

E. Grosse Einkommen 
über 20,000 M. bis 
100,000 M 

F. Sehr grosse Einkom- 
men über 100,000 M. 

Zusammen 



3,311,752 



39,11 



4,704,757 55,57 



384,248 



4,53 



58,286 0,69 



7501 



532 



0,10 



8,467,076. 100 



6,369,856 

16,840,444 

1,381,044 

212,200 

27,300 
1940 



25,65 



67,8: 



5,56 



0,85 



,24,832,784 



h 



12 



100 



1324,701,00016,86 



4354,426,600 



400 208 



55,42,1 9261 258 



1219,543,60015,521 Bill 833 



7,12 9601 2637 



3,64 38,093110,467 



559,639,100 

285,736,000 

1 00,146.000 1,44 |212,68l| 58,323 
7857,192,300' 100 ■ 928'' 316 



^IÄIfe„ 



il 



DAMAGED PAGE& 



48 



1877. 



Eiukommonklassen. 



A. Dürftige Einkommen 
über 525 M 

B. Kleine Einkommen 
.über525M.bi«2000M. 

C. Massige Einkommen 
üb.2000M.bis6000M 

D. Mittlere Einkommen 
über ()000 M. bis 
20,000 M 

E. Grosse Einkommen 
über 20,000 M. bis 
100,000 M 

F. Sehr grosse Einkom- 
men über 100.000 M. 

Zusanmien 



Zahl der Censiten 

ohne il mit den 
Angehörige j Angehörigen 

Personen | /o i; Personen 1 "/o 



3,387,328 39,i7 6,425,533 25,:i: 



4,801,289 
391,342 



60,583 



7602 



505 



55,51 



17,259,531 68,o<. 



4,52 1,411,300 



0,70' 



0,id 



5,57 



220,400 O.sT 



27,670 
1840 



0,12 



8,648.649' 100 25,346,277 100 

1 i 

18 78. 



Betrag des Einkommens ff 
im Ganzen 




Mark 



10 



pro 
Censit 

Mark 



pro 
Kopi 

Mark 



1354,935,000 
4417,870,900 
1244,708,700 

580.996,500 

287,920,500 

105,772,000 
7992,203,600 



16,a5 

55,28 
15, .58 

7,27 

3,60 

1,82 
100 



II 



400 

920 

3181 

9590 

37,874 



2A;a 

r 

256 



882 



2641 



10,406 



V 






209,450 57,484 



924 



315 





Zahl der 


Cens iten 


Betrag des Einkommens 


Einkommenklassen. 


ohne 


mit den 


im Ganzen 


pro 


pro 




Angehörige 


Angehörigen 




Censit 


Kopf 




Personen | % 


Personen °/o 


Mark 


7o 


Mark 


Mark 


A. Dürftige Einkommen 


















bis 525 M 


3,506,423 


39,81) 


6,664,590 


25,8^ 


1402,570,000 


17,38| 


400 


210 


B. Kleine Einkommen 


1 

1 














über525M.bis2000M. 


4,816,833 


54,80 


17,390,767 


67,54 


4417,293,500 


54,74 


917 


254 


C. Massige Einkommen 


















üb.2000M.bis6000M. 


396,895 


4,51 


1,437,007 


5,58 


1265,593,800 


15,68 


3189 


881 


D. Mittlere Einkommen 


















über 6000 M. bis 


















20,000 M 


61,972 


0,71 


225,576 


0,8vs 


593,215,700 


7,35 


9571 


2630 


E. Grosse Einkommen 


















über 20,000 M. bis 


















100,0000 M 


7671 


1 


27,920 


100 


289,394,300 


3,59 


37,726 


10,365 


F. Sehr grosse Einkom- 




0,09 












men über 100,000 M. 


491 


( 

100 


1800 


101,770,000 


1,26 

100 


207,271 
918 


56,539 


Zusammen 


8,790,285 


25,747,660 


8069,837,000 


323 



f 






V 






\ * 



49 



IX. 

Die Ergebnisse der neuesten Sächsischen Einkoramen- 
Statistik sind in Bezug auf die ärmeren Klassen bereits 
früher von uns zu Rathe gezogen worden. Wir wollen 
dieselben jetzt in ihrer Vollständigkeit mit der eben mit- 
getheilten Schätzung des Volks-Einkommens im Preussischen 
Staate für das Jahr 1878 vergleichen, indem wir, so gut 
wie es sich thun lässt, sie in entsprechender Weise in sechs 
Abtheilungen vorlegen. Das Einkommen der juristischen 
Personen ist hierbei ausgeschieden. — Ueber das Verhält- 
niss der Censiten zu der Bevölkerung in den einzelnen 
Klassen können wir freilich in Ermangelung hinreichenden 
Materials für Sachsen keine Aufstellung versuchen. 

Volks-Einkommen im Königreiche Sachsen im Jahre 1878. 





Zahl 


Einkommen 


Einkommenklassen 


der Censiten 


im Ganzen 




pro Censit 




Personen 


•/o 


3Iark 


/o 


Mark 


A. Dürftige Einkommen 












bis 500 M 


472,644 


46,91 


179,311,600 


20,01 


379 


B. Kleine Einkommen 












über 500 M. bis 1900 M. 


465,706 


46,22 


393,668,200 


43,92 


845 


C. Massige Einkommen 












üb. 1 900 M. bis 6300 M. 


59,445 


5,90 


183,582,300 


20,48 


3088 


D. Mittlere Einkommen 












üb. 6300 M. b. 20000 M. 


8432 


0.84 


84,306,700 


9,40 


10,000 


E. Grosse Einkommen 












ü.2O,0OOM.b.lOO,000M. 


1220» 
73* 




42,333,700 


4,72 


34,700 


F. Sehr grosse Einkommen 


0,13 








über 100,000 M. ... 




13,127,000 


1,47 


179,822 


Zusammen : 


1,007,520 100 1 896,329,500 


100 1 890 


Soetbeer, Volkseinkommen. 








4 





- AuV ^V - r*- 



. M U ll i» , ■■ , ■ ■ ■ I ^.lfc,^H> ^ 



■ 4 



ri 



50 



Eine aufmerksame Vergleichung der Sächsischen Ein- 
kommen-Statistik mit der von uns vorgelegten Schätzung der 
Preussischen Einkommenverhältnisse zeigt, bei allen schein- 
baren oder wirklichen Abweichungen in manchen Einzel- 
heiten, doch im Ganzen und Grossen eine wesentliche Ueber- 
einstimmung und ergiebt sich nach unserer Ansicht hieraus 
eine gewichtige Bestätigung, dass wir mit dem Zuschlage 
von durchschnittlich 25 <^/o, beziehentlich 10 %, auf die Ein- 
schätzungen in Preussen, um den wirklichen Betrag des 
Volks-Einkommens annähernd zu ermitteln , ziemlich das 
Richtige getroffen haben werden. Es ist öfterer die Meinung 
geäussert, dass, im Ganzen betrachtet, Sachsen verhältniss- 
mässig wohlliabender sei als Preussen, allein nicht minder 
häufig und bestimmt ist das Gegentheil behauptet, dass die 
Sächsische Bevölkerung, wegen der Armuth in vielen volk- 
reichen Fabrikdistrikten des Erzgebirges, im grossen Durch- 
schnitt minder wohlhabend sein dürfte. Ueberzeugende 
positive Beweise lassen sich weder für das Eine noch für 
das Andere beibringen, und wir bekennen uns zu der Auf- 
fassung, dass bei diesem unentschiedenen Widerspruch die 
Annahme nahe liegt, AJles zusammengenommen und gegen 
einander gerechnet, seien Wohlhabenheit und Armuth in 
beiden Ländern wohl ziemlich gleich, wie dies auch aus 
unseren Aufstellungen sich ergeben wird. Der Unterschied 
besteht vornämlich darin, dass die Preussische Bevölkerung 
im Ganzen mehr Einkommen aus der Landwirthschaft und 
weniger Einkommen aus der Industrie zieht, als die Säch- 
sische Bevölkerung. 

Gehen wir näher auf die Vergleichung ein und behalten 
dabei immer im Auge, dass der Preussische Staat nahezu 



^/ 



-'K 



{ 



:S 



51 



9 mal mehr Einwohner zählt als Sachsen. Da für letzteres 
ein gesammtes Einkommen von 896,330,000 M. ermittelt ist 
(die juristischen Personen bleiben hier durchweg ausser 
Betracht), so würde hiernach bei durchschnittlich wesentlich 
gleichen wirthschaftlichen Zuständen sich für Preussen ein 
Volks-Einkommen von 8067 Millionen M. präsumiren lassen. 
Unsere selbständige Schätzung hat aber 8070 Millionen M. 
•ergeben. Das ganz nahe Zusammenfallen dieser Zahlen ist 
überraschend, darf aber lediglich als Zufälligkeit betrachtet 
werden und legen wir hierauf keinen weiteren Werth. 

Wir gehen über zu den Einzelheiten. Mit einem Ein- 

* 

kommen über 20,000 M. hat man in Sachsen 1293 Censiten 
mit 55,5 Millionen M. gezählt; unsere Preussische Einkommen- 
Statistik weist in den beiden obersten Abtheilungen 
8162 Censiten auf mit 391 Millionen M., was freilich ein 
gewisses Uebergewicht der grossen Einkommen in Sachsen 
zeigt, doch keine so starke Divergenz, dass die Richtigkeit 
der Schätzungen für Preussen deshalb in Zweifel zu ziehen 
wäre. 

Ein ähnliches verhältnissmässiges Uebergewicht Sachsens 
trifft man auch hinsichtlich der mittleren und massigen 
Einkommen; allein auch hier ist die Divergenz doch nicht 
so beträchtlich, dass dadurch hinlänglicher Grund gegeben 
wäre, die annähernde Richtigkeit unserer Aufstellungen für 
Preussen in Zweifel zu ziehen. Wenn das Ueberwiegen 
besonders bei der Klasse mit massigen Einkommen hervor- 
tritt (20,48 % in Sachsen, gegen 15,68 7o i^ Preussen, so 
ist zu beachten, dass dieselbe in Sachsen die Einkommen 
von 1900 bis 6300 M., in Preussen aber von 2000 bis 
6000 M. umfasst. 




1 



lil 



t 



52 



Auf der andern Seite wird für das Gesammt-Einkommen 
eine gewisse Ausgleichung herbeigeführt, indem die kleinen 
und dürftigen Einkommen im allgemeinen Durchschnitt in 
Preussen einen etwas höheren Betrag aufweisen, als in 
Sachsen — 72 % gegen 64 %, oder pro Censit 400 und 
917 M. gegen 379 und 845 M. — Wie gering dieser Unter- 
schied auch im Einzelnen erscheint, so fallt derselbe doch 
sehr bedeutend ins Gewicht durch die sehr grosse Anzahl 
der ßetheiligten. Der Unterschied liegt indess hauptsächlich 
nicht so sehr in dem Umstände, dass für die betreffenden 
Haushaltungen in Sachsen durchschnittlich ein merklich 
tieferes Niveau bestände, als weit mehr in der oben bereits 
erwähnten Verschiedenheit einiger Grundsätze für die Ein- 
schätzung in den Klassen der dürftigen und kleinen Ein- 
kommen. In Preussen wird in der Regel jede Haushaltung 
nur als 1 Censit veranlagt, also der Erwerb der sämmt- 
lichen Mitglieder des Haushalts zusammengenommen, wäh- 
rend in Sachsen die Kinder, sobald sie einen selbständigen 
Erwerb haben, auch wenn sie noch zum elterlichen Haus- 
halt gehören, besonders eingeschätzt werden. Hieraus er- 
klärt sich auch, dass während in Rücksicht auf das Ver- 
hältniss der Bevölkerung das durchschnittliche Einkommen 
in Preussen und Sachsen (i. J. 1878) ziemlich gleich aus- 
kommt, nämlich ca. 323 und 324 pro Kopf, die Volks- 
zählung von Ende 1875 zu Grunde gelegt, das durchschnitt- 
liche Einkommen pro Censit mehr differirt, nämlich 918 M. 
gegen 890 M. Sodann scheint durch diesen Umstand auch 
die an sich sehr auffällige Differenz eine hinlängliche Er- 
klärung zu finden, dass das Verhältniss der Censiten mit 
dürftigem Einkommen (resp. unter 525 und 500 M.) im 



'1 



^/ 



^. 



)\ 



t^ 



fr- 



'^i 



r 



} 



53 

Vergleich zu den Censiten mit kleinem Einkommen (von 
den eben genannten Beträgen bis resp. 2000 und 2300 M.) 
in Preussen sich 39,89 % ^^d 54,80 o/^ stellt gegen 46,91 % 
und 46,22 % in Sachsen. Beide Klassen zusammengenommen 
zeigen wieder eine annähernde Uebereinstimmung, näm- 
lich wie 94 % zu 93 %. 



X. 



Den einzelnen Jahres-Uebersichten der gesammten Ein- 
kommen-Verhältnisse lassen wir Zusammenstellungen über 
die Gestaltung der verschiedenen Einkommenklassen während 
des Zeitraums von 1872 bis 1878 folgen: 

A. Dürftige Einkommen (bis 525 M.). 





Erwerbende 
ohne die 


Erwerbende 

mit den 


Präsumtives Einkommen 


o 


Angehörigen 


Angehörigen 






ei 




Verhältniss 

zur Ge- 
sammtheit 

der Er- 
werbenden 


j Verhältniss 


im Ganzen 


Durchschnitt 




Personen 


Personen 


zar 

Gesaramt- 

zahl 


Mark 


1 

Verhältniss 
zum Volks- 
Einkommen 


pro 1 pro 
Erw. 1 Kopf 

1 Mark | Mark 


1872 


3,150000 


39,10 


6,242000 


26,20 


1260,000000 


18,08 


400 


202 


1873 


3,200000 


39,31 


6,366000 


26,4(J 


1280,000000 


17,79 


400 


?01 


1874 


3,250000 


39,51 


6,500000 


26,50 


1300,000000 


17,26 


400 


200 


1875 


3,330000 


39,77 


6,330000 


25,79 


1320,000000 17,30 


400 


208 


1876 


3,311752 


39,11 


6,369900 


25,65 


1324,701000 16,86 


400 


208 


1877 


3,387328 


39,17 


6,425500 


25,35 


1354,935000 16,95 


400 


211 


1878 


3,506423 


39,89 


6,664600 


25,88 


1402,570000 


17,38 


400 


210 



r 



•MMm^bS 






^ 



54 





E 


t. Kleine Einkommen (über 520 M. bis 2000 M.). 






o 


Censiten 

ohne die 

Angehörigen 


Ceneiten 

mit den 

Angehörigen 


Präsumtives Einkommen 


es 




Verhältniss 




Verhältniss 


im Ganzen 


Durchschnitt 


•-3 


Personen 


sammtheit 

der 
Censiten 


Personen 


zur 

Gesammi- 

zahl 


Mark 


Verhältniss 
zum Volks- 
Einkommen 


pro 
Censit 

1 Mark 


pro 
Kopf 

Mark 


1872 


4,530000 


56,20 


16,217500 


68,os 


3985,000000 


57,18 


880 


245 


1873 


4,544000 


55,82 


16,267600 


67,01 


4016,000000 


55,81 


884 


248 


1874 


4,545000 


55,29 


16,477700 


67,19 


4168,430000 


55,34 


917 


253 


1875 


4,563504 


54,95 


16,607040 


67,67 


4185,963000 


54,88 


917 


252 


1876 


4,704757 


55,57 


16,840444 


67,82 


4354,427000 


55,42 


926 


258 


1877 


4,801289 


55,52 


17,259531 


68,10 


4417,871000 


55,28 


920 


256 


1878 


4,816833 


54,80 


17,390767 


67,54 


4417,294000 


54,74 


917 


254 



C. Massige Einlcommen (über 2000 M. bis 6000 M.). 



Censiten ohne 
die Angehörigen 



Personen 



Verhältniss 
zur Ge- 

samratheit 

der 
Censiten 



1872 


331658 


4,12 


1,191100 


5,00 


1873 


343493 


4,22 


1,233900 


5,13 


1874 


364937 


4,44 


1,326600 


5,41 


1875 


373855 


4,50 


1,373400 


5,60 


1876 


384248 


4,54 


1,381000 


5,50 


1877 


391343 


4,53 


1,408300 


5,57 


1878 


396895 


4,52 


1,437000 


5,58 



Censiten mit 
den Angehörigen 



Personen 



Verhältniss 

zur 
Gesaromt- 

zahl 



Präsumtives Einkommen 



im Ganzen 



! Durchschnitt 



Mark 



Verhältniss 
zum Volkfl- 
Einkommen 



pro 
Censit 



pro 
Kopf 

Mark Mark 



1031,404300 
1078,549100 
1146,257100 
1184,409000 
1219,543600 
1244,708700 
1265,592800 



14,80 


3110 


14,9!. : 


3140 


15,22 


8141 


15,53 


3163 


15,52 


3174 


15,81 


3181 


15,68 


3189 



866 

874 
857 
863 
883 
882 
881 





D. 


Mittlere Einkommen (über 6000 M. bis 20,000 M.) 


■ 




p 


Censiten ohne 
die Angehörigen 

{Verhältniss 
zur Ge- 
Personen ' sammtheit 
1 der 
! Censiten 


Censiten mit 
den Angehörigen 


Präsumtives Einkommen 


ja 

93 

•-5 


Personen 


Verhältniss 

zur 
Gesammt- 

zahl 


im Gan 

Mark 


zen 

VerhültniM 
zum Volka- 
Einkommen 


Durchschnitt 

pro 1 pro 
Censit Kopf 

' Mark Mark 

1 


1872 


40091 


0,50 


146000 


0,01 


385,596700 5,53 


9616 


2641 


1873 


45299 


0,50 


164000 


0,69 


436,308700 ! 6,06 


9682 


2646 


1874 


52476 


0,64 


192600 


0,78 


506,838200 ; 6,73 


9658 


2632 


1875 


56014 


0,07 


203800 


0,83 


539,595400 


7,07 


9603 


2648 


1876 


58286 


0,09 


212200 


0,85 


559,639100 


7,12 


9601 


2637 


1877 


60583 


0,70 


220400 


0,87 


580,996500 


7,27 


9590 


2641 


1878 


61972 


0,71 


225600 


0,88 


593,215700 


7,35 


9571 


2630 



i,'. 



4miK. 



l 



'/ 



'S 

•-5 



'J 



1872 
1873 
1874 
1875 

1876 

1877 
1878 



u 

TS 

■-3 



1872 
1873 

1874 
1875 
1876 

1877 
1878 



55 



E. Grosse Einkommen (über 20,000 M. bis 100,000 M.). 



Censiten ohne 
die Angehörigen 



Personen 



VerhältnisH 
zur Ge- 

sammtheit 

der 
Censiten 



Censiten mit 
den Angehörigen 



Personen 



Verhältniss 

zur 

Gesammt- 

zahl 



Präsumtives Einkommen 



im Ganzen 



Mark 



Verhältniss 
zum Volks- 
Einkommen! 



Durchschnitt 



pro 
Censit 

Mark 



pro 
Kopf 

Mark 



6077 

7138 

7065 
7381 
7501 
7602 
7671 



0,08 


22120 


0,09 


0,09 


25850 


0,11 


0,09 


26900 


0,11 


0,09 


26900 


0,11 


0,09 


27300 


0,11 


0,09 


27670 


0,11 


0,09 


27920 


0,11 



226,257000 
270,545000 
289,090100 
283,878700 
285,736000 
287,920500 
289,394200 



F. Sehr grosse Einkommen (über 100,000 M.). 



3,25 


37232 


10229 


3,76 


37902 


10466 


3,83 


40919 


10747 


3,72 


38461 


10553 


3,64 


38093 


10467 


3,60 


37874 


10406 


3,59 


37726 


10365 



Censiten ohne 
die Angehörigen 



Personen 



Verhältniss 
zur Ge- 

sammtheit 

der 
Censiten 



Censiten mit 
den Angehörigen 



Personen 



Verhältniss 

zur 
Gesammt 

zahl 



Präsumtives Einkommen 



im Ganzen 



Mark 



Verhältniss 
zum Volks- 
; Einkommen! 



Durchschnitt 



pro 
Censit 

Mark 




357 
508 
551 
533 
532 
505 
491 



0,004 
0,006 
0,007 
0,006 
0,006 
0,006 
0,005 



1300 


0,006 


1800 


0,007 


2000 


0,008 


1940 


0,008 


1940 


0,008 


1840 


0,007 


1800 


0,007 



81,125000 
114,211700 
121,750000 
114,463000 
113,146000 
105,772000 
101,770000 



1,16 
1,59 
1,62 
1,50 
1,44 
1,32 
1,26 



22724162403 
[22482663451 
'220462i60587 
21475259000 



212681 



20945057484 



207271 



58323 



56539 





Gesammtes Volks-Einkommen im Preussischen Staat( 








Bevölkerung 


Zahl der Selbsterwerben- 


Betrag des 


Durchschnitt. 




nach den 


den (Censiten) 


Einkommens 


Einkommen 


Jahre 


Steuerrollen 




Procentver- 
hältnis 8 zur 


im Ganzen 


pro 
Censit 


pro Kopf 
d. Bevöl- 
kerung 




Personen 


Personen 


Bevölkerung 


Mark 


l^Iark 


Mark 


1872 


23,820000 


8,058183 


33,9 


6969,385000 


865 


293 


1873 


24,060000 


8,140438 


33,8 


7195,614700 


884 


299 


1874 


24,525778 


8,220029 


33,5 


7532,365800 


916 


307 


1875 


24,543082 


8,301287 


33,8 


7628,308700 


919 


311 


1876 


24,832784 


8,467076 


34,2 


7857,192400 


928 


316 


1877 


25,346277 


8,648649 


84,1 


7992,203600 


924 


315 


1878 


25,747660 


8,790285 


34,1 


8069,837300 


918 


323 



f 



II 



I 



56 



Das Ergebniss der vorstehenden Zusammenstellungen 
führt zunächst darauf, dass das Volks-Einkommen in Preussen 
während der sieben Jahre 1872 bis 1879 sich verhältniss- 
mitssig wenig geändert hat. Die Zahl der Censiten ist in 
gleicher Proportion wie die Bevölkerung gewachsen und 
hat durchweg etwas über ein Drittheil derselben betragen. 
Das eingeschätzte gesammte Einkommen zeigt in unseren 
Uebersichten seit 1872 eine stetige Zunahme — beträcht- 
licher von 1873 auf 1874, seit 1874 minder bedeutend 
und gleichmässiger , wie sich dies am deutlichsten bei Ver- 
gleich ung des durchschnittlichen Jahres - Einkommens pro 
Censit kund giebt. 

In dieser Beziehung müssen wir indess zu unseren Auf- 
stellungen selbst einen gewissen Vorbehalt vorbringen und 
einräumen, dass für denselben eine Modifikation hätte ein- 
ti-eten können, wenn nur positive zifFermässige Anhaltspunkte 
gegeben wären. Wir haben, wie man sich erinnern wird, für 
den ganzen Zeitraum wegen durchschnittlich zu geringer Ver- 
anlagung rechnungsmässige Zuschläge von 25% undresp. 10% 
zu den eingeschätzten Einkommen machen zu sollen geglaubt; 
es ist aber auch gelegentlich hervorgehoben, dass diese Zu- 
schläge vermuthlich für die ersteren Jahre als etwas zu 
niedrig, in den letzten Jahren aber, wo. die Einschätzung 
in Folge des wirklichen Rückgangs vieler Einkommen bei 
gleich bleibender Veranlagung, im Allgemeinen schärfer ge- 
worden ist, als etwas zu hoch anzusehen sein möchten. 
Weil uns jedoch, wie gesagt, ein geeigneter Massstab fiir 
solche Modifikationen fehlt und der Unterschied verhält- 
nissmässig nicht bedeutend erscheint, haben wir darauf keine 
Rücksicht genommen, wollen dies aber hier nochmals erwäh- 



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s 



4 - 



57 



nen. Ausserdem ist zu beachten, dass die Veranlagungen auf 
Grund der im vorangegangenen Jahre gemachten Erfah- 
rungen der thatsächlichen Steuer entrichtungen stattfinden, 
dass also z. B. die Veranlagung für 1874 den Betrag der 
wirklichen Einkommen im Jahre 1873 genauer angiebt als 
die Einschätzungen für dieses frühere Jahr. Für die all- 
gemeine Beurtheilung kann dies auf sich beruhen bleiben, 
weil es gleichmässig für die ganze Periode immer wieder-^ 
kehrt und so eine einfache Ausgleichung stattfindet. 

Um das eben Gesagte auf unsere Uebersichten anzu- 
wenden, haben wir hier nur zu bemerken, dass, wenn diese 
auch seit 1874 ein Steigen des Volks-Einkommens aufweisen, 
welches die Zunahme der Bevölkerung überholt hat, wir 
nicht sicher behaupten wollen, dass dies auch thatsächlich 
stattgefunden habe. Auf der anderen Seite müssen wir aber 
der Meinung, dass wegen der notorischen Herabsetzung der 
Löhne in manchen Gewerben und Gegenden und wegen 
Ausfalls an den Dividenden-Einnahmen bei vielen Unterneh- 
mungen ein bedeutender Rückgang des Volks-Einkommens 
seit 1873 bis 1878 eingetreten sei, andere Momente entgegen 
halten. Die in den Jahren 1872 und 1873 vielfach gewährte 
Erhöhung der Löhne und festen Gehalte hat im Allgemei- 
nen meistens fortgedauert, es hat eine Menge neuer Anstel- 
lungen stattgefunden, und die Zinseneinnahmen in Folge 
mancher neuer Staats- und Kommunal- Anleihen, sowie Ver- 
mehrung der Eisenbahn-Obligationen müssen gestiegen sein. 
Die Herabsetzung des Zinsfusses ist erst im laufenden 
Jahre (1879) mehr zur Geltung gekommen. Die Ein- 
lagen in die Sparkassen haben auch seit 1874 zuge- 
nonmien. 



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.) 



1 




II 



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i- 

■■i« 



58 

In einer Beziehung zeigen jedoch unsere Uebersich- 
ten eine im Laufe der letzten Jahre eingetretene bemerkens- 
werthe Veränderung in der Vertheilung des Volks-Einkom- 
mens, nämUch den Rückgang bei den grossen und sehr 
grossen Einkommen. Dieser Erscheinung, die ein besonderes 
sociales Interesse beansprucht und nähere Beleuchtung ver- 
dient, wollen wir aber einen besonderen Abschnitt widmen, 
nachdem wir vorher im Folgenden einige Momente, welche 
für den Begriff des Volksvermögens von theoretischer und 
praktischer Bedeutung sind, zur Sprache gebracht haben 
werden. 



XL 

In früheren Untersuchungen über das Volks-Einkom- 
men in Preussen haben wir öfterer auf eine Abhandlung 
des Herrn Dudley Baxter über das National-Einkommen 
des Vereinigten Königreichs (1868) Bezug genommen und 
dieselbe namentlich zu Vergleichungcn der wirthschaftlichen 
Entwicklung und Lage Grossbritanniens und Preussens 
benutzt. Veranlasst durch Bemerkungen von Professor 
Nasse („Concordia'^ Jahrg. 1875) sind wir bei wiederholter 
Prüfung indess zu der Ansicht gelangt, dass ein grosser 
Theil der Aufstellungen des genannten britischen Autors in 
Betreff der Vertheilung der Einkommen keine genügende 
Grundlage hat, um daraus mit Zuversicht weitere Schlüsse 
ziehen zu können. Die Erhebung der britischen Einkommen- 
steuer vom Grundeigenthum, vom Landwirthschaftsbetriebe, 
von den in England zahlbaren Zinsen und Dividenden von 



^ ( 



V 



H 



h 



^ 



) 



59 



öffentlichen Anleihen, Eisenbahnen, Wasser- und Gas- 
anstalten etc., von den Gehalten der Beamten etc. geschieht 
bekanntlich direkt an der Quelle, ohne Rücksicht auf die 
einzelnen Empfanger, welche die auf diese Weise vorab 
besteuerten Einnahmen nicht noch einmal zu versteuern 
haben. Die persönlichen Selbstschätzungen oder eventuellen 
individuellen Einschätzungen beschränken sich auf die unter 
Schedula D begriffenen Einkommen von Handel und Ge- 
werbe etc., und kann also nur bei diesen, sowie bei den 
Beamten unter Schedula E die Zahl der Censiten nach 
den verschiedenen Einkommenklassen ermittelt werden. 

Da nun überdies Baxter's Schätzungen der Ein- 
kommensverhältnisse im Vereinigten Königreich sich auf 
das Jahr 1867 beziehen, seit welcher Zeit sehr wesentliche 
Veränderungen eingetreten sind, und spätere die Verthei- 
lung des ganzen Britischen National-Einkommens betreffende 
genügende Ermittelungen uns nicht bekannt sind, während 
unsere Schätzungen des Volks-Einkommens in Preussen die 
Jahre 1872 bis 1878 behandeln, so beschränken wir an 
dieser Stelle unsere Vergleichung der Britischen und Preussi- 
schen Einkommensverhältnisse auf die allgemeinen Resultate, 
welche die Veranlagungen der Einkommen über 2000 M. 
in beiden Ländern in letzter Zeit herausgestellt haben. 
Diese dürften auch an sich schon kein geringes Interesse 
haben und reichlichen Stoff zum Nachdenken geben. Sehr 
oft schon ist von dem viel grösseren Wohlstand und Reich- 
thum Englands im Vergleich mit demjenigen Preussens ge- 
redet worden , allein eingehende Untersuchungen und spe- 
cielle Nachweise hierüber sind bisher sehr sparsam ver- 



W 



am 



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1^ 



60 



öffentlicht, und so ist man im Unklaren geblieben, in wel- 
chem Maasse der Unterschied anzunehmen sei *) . 

Die Britische Einkommensteuer ist erhoben worden in 
den Finanzjahren 1872 73^) bis 1875 76 mit resp. 4, 3, 2 
und 2 Pence vom ^ (d. h. von 240 P.) von allen Einkom- 
men im Betrage von 100 if und darüber, wobei für Ein- 
kommen unter 300 £ ein Abzug von 80 £ gestattet war. 
In den Jahren 1876 77 und 1877/78 geschah die Erhebung 
mit 3 Pence vom £ von Einkommen im Betrage von 
150 ^ und darüber, unter Gestattung eines Abzugs von 
120 ^ für Einkommen unter 400 £, 

Die Preussische Einkommensteuer beginnt bekanntlich 
bei Einkommen von 3000 M. Wir müssen also, um einen 
gleichen Massstab für den Vergleich mit der Britischen 
Einkommen-Statistik, die bis zum Jahre 1876 mit Einkom- 
men von 2000 M. begann, zu der betreffenden Aufstellung 
fiir Preussen aus den Klassensteuer -Einschätzungen die 
Klassen zwischen 2000 und 3000 M. hinzulegen. 

Für die Jahre 1877 und 1878 hätte man, da seitdem 
auch die Britische Einkommensteuer mit 150 £ oder 
3000 M. anfängt, für Preussen nur die Einschätzungen zur 
Einkommensteuer gegenüberstellen und beiderseits die Ein- 
kommen-Klassen zwischen 2000 M. und 3000 M. weglassen 
können. Allein dann würde wieder die Grundlage zu einer 



1) Abweichungen in den Angaben entstehen mitunter dadurch, 
da88 man nicht das Gesammt-Einkommen des ganzen Vereinigten 
Königreichs , sondern nur von Grossbritannien zur Vergleichung zieht. 
Dies erscheint uns durchaus unzulässig, denn in entsprechender Weise 
könnte man dann auch das Preussische Volks-Einkommen, mit Aus- 
scheidung von üstpreussen und Posen, zur Vergleichung wählen. 

2) Das Britische Finanzjahr läuft vom 6. April bis 5. April. 



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H 



61 



Vergleichung dieser Jahre mit den vorangegangenen ver- 
schwunden sein. Es schien deshalb rathsam, auch für die 
letzten Jahre (1877 und 1878) die frühere Grenze der Ein- 
kommen von 2000 M. ab beizubehalten. 

Zur Vergleichung wollen wir für Preussen nicht un- 
mittelbar die amtlichen Einschätzungen nehmen , sondern 
die in dieser Abhandlung annähernd berechneten wirklichen 
Einkommen. 

Noch ist zu erwähnen, dass die Bevölkerung des Preussi- 
schen Staats sich zu derjenigen des Vereinigten König- 
reichs (um 1878) verhielt wie 100:131, so dass, um eine kor- 
rekte Vergleichung des Verhältnisses zu erhalten, dieses 
auch mit Berücksichtigung der verschiedenen Grösse der 
Bevölkerung beider Länder zu bestimmen sein wird. 

Die Bevölkerung und die Summen der jährlichen Ein- 
kommen über 2000 M. haben sich in den beiden genannten 
Ländern nach annähernder Schätzung wie folgt gestaltet: 



V 


Preussischer Staat. 


Verei 


nigtes Königreich. 


"5 

•-3 


Bevölkerung 

(n. d. Steuer- 
roUen) 


Einkommen 
über 2000 M 


Bevölkerung 


Einkommen über 100 £ 
oder 2000 M. 






M. 


1 


Sß 


M. 


1872 


23,820000 


1724,385000 


31,836000 


482,338317 


9646,766000 


1873 


24,060000 


1899,615000 


32,125000 1 


513,807284 


10276,146000 


1874 


24,526000 


2063,936000 


32,426000 1 


543,025761 


10860,515000 


1875 


24,543000 


2122,346000 


32,749000 ! 


571,056167 


11421,123000 


1876 


24,833000 


2178,065000 


aS,093000 


579,297347 


11585,947000 


1877 


25,346000 


2219,400000 


33,447000 


595,000000 


11900,0000 yO 


1878 


25,748000 


2250,000000 


33,799000 


603,000000 


12060,000000 



, e 

^1 



I 



! 



62 



Das procentweise Verhältniss, welches aus vorstehender 
Zusammenstellung abzuleiten ist, stellt sich wie folgt: 





Preuss. Staat. 


Verein. Königr. 


PreusB. Staat. 


Verein. Königr. 


Jahre 


Einkommen über 
2U00 M. 


Einkommen über 
2000 M. 


Einkommen über 
2000 M. 


Eink 


ommen über 
2000 M. 




(DiA Beträge an s 


)ich 


verglichen.) 


(Vert;leick mit Rücksicht auf die 
Volkszahl.) 


1872 


100 




559 


100 




418 


1873 


100 




541 


100 




400 


1874 


100 




526 


100 




397 


1875 


100 




538 


100 




400 


1876 


100 




532 


100 




399 


1877 


100 




536 


100 




406 


1878 


100 




536 


100 




406 



Wegen Berechnung des verglichenen National-Einkom- 
mens im Vereinigten Königreich in den beiden letzten Jah- 
ren müssen einige Erläuterungen gegeben werden. Im 
21. Return on the Inland Revenue, 1878, wird das gesammte 
steuerpflichtige Einkommen aufgeführt für 1876 — 77 mit 
570,331,000 £ und für 1877—78 mit 578,187,000 £, was 
niedriger ist, als die Schätzung für das Jahr 1875 — 76. Es 
wird jedoch im Berichte selbst darauf aufmerksam gemacht, 
dass dieser Rückgang sich einfach daraus erkläre, dass seit 
1876 von der Summe der steuerpflichtigen Einkommen die- 
jenigen zwischen 100 i^ und 150 jf in Folge der dafür 
eingetretenen Steuerbefreiung in Wegfall gekommen seien, 
welcher Betrag auf mehr als 24 Millionen ^ zu veranschla- 
gen sei. Wir haben diese Annahme durch Vergleichung 
der Specialnachweise über die Einkommen unter den Ab- 
theilungen D und E der Einkommensteuer in den Jahren 
1875—76 und 1876—77 bestätigt gefunden und demnach 
bei den neuen officiellen Aufstellungen zur sachgemässen 



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63 



Ausgleichung einen entsprechenden Zuschlag unter Ab- 
rundung des Gesammtbetrags machen zu sollen geglaubt. 

Zu beachten ist auch', dass im Vereinigten Königreich 
in den veröfi'entlichten Uebersichten der Schätzungen die 
Einkommen der öffentlichen Stiftungen und anderer juri- 
stischer Personen einbegriflfen sind, welche sehr grosse Be- 
träge aufzuweisen haben. 

Nach vorstehenden Schätzungen würde also die Summe 
der Einkommen über 2000 M. im Vereinigten Königreich 
jetzt mehr als das Fünffache der gleichen Einkommen in 
Preussen betragen, und relativ, d. h. wenn der Unterschied 
der Bevölkerungsziffer berücksichtigt wird, ungefähr das 
Vierfache. Dies Verhältniss stellt sich noch günstiger für 
England, falls die Einkommen über 3000 M. in beiden 
Ländern zur Vergleichung gezogen werden, also die Ein- 
kommen zwischen 2000 und 3000 M. ausser Berechnung 
bleiben. Nehmen wir das Jahr 1878 (resp. 1877—1878), 
so ergab die Veranlagung zur Einkommensteuer in Preussen 
32,222,196 M., was auf ein eingeschätztes Einkommen von 
etwa 1150 Millionen M. und ein wirkliches Einkommen von 
1440 Millionen M. führt, während im Vereinigten Königreich 
die eingeschätzten Einkommen von 150 i? an den Betrag 
von 578,187,000 £ oder nahezu 11,563 Millionen M. er- 
reichten, also das Achtfache der entsprechenden Preussischen 
Einkommen. 

Wir werden weiter unten einige Umstände kurz be- 
sprechen, wodurch dieses auffallende Ueberwiegen des 
Britischen Volks-Einkommens etwas modificirt erscheint 
(Einfluss der Staatsschulden, des staatlichen Domänen- 
besitzes u. A.), allein, wenn man solches auch in vollstem 



^ 



■M 



MMWt. 



I 



' 



II- 



64 

Maasse berücksichtigt, so erscheint doch immer die Grösse 
des Wohlstandes in Grossbritannien im Vergleich mit den 
Preussischen Zuständen als eine ganz ausserordentliche i). 
Der viel geringere Umfang des Volks - Einkommens in 
Preussen entspringt, wie schon die obigen Angaben ohne 
Weiteres ersehen lassen, aus dem Unterschiede in dem Ein- 
kommen der oberen Klassen. In Baxter's Aufstellungen 
wird die Summe der Einkommen über 100 ig' oder 2000 M. 
auf etwa 50 Vo des gesammten Volks-Einkommens geschätzt, 
welche Schätzung uns eher zu niedrig als zu hoch erscheint. 
Nach unserer Ermittelung über das Volks-Einkommen in 
Preussen würden die genannten Einkommen über 2000 M. 
höchstens nur 28 % des Ganzen ausmachen. Uns fehlen 
zwar alle amtlichen positiven Angaben über das durch- 
schnittliche Einkommen der ärmeren Klassen im Vereinigten 
Königreich, allein man kann doch schwerlich daran denken, 
dass diese Einkommen eine ähnliche Proportion zu denjenigen 
der gleichen Klassen in Preussen aufweisen, wie es bei den 
wohlhabenderen Klassen der Fall ist*). Etwas höher als in 
Deutschland dürfte das durchschnittliche Einkommen der 
unteren Klassen in Grossbritannien vielleicht deshalb anzu- 
nehmen sein^ weil hier der allgemeine Verbrauch mancher 
Artikel als sehr bedeutend statistisch bezeugt wird, und 



hi 



1) Es erschien uns rathsam, um Gelegenheit zu geben, diese und 
damit zusammenhängende Verhältnisse selbständig zu untersuchen, 
in Anlage E des Anhangs einen ausführlichen und genauen Auszu»- 
aus den officiellen Vorlagen über die Britische Einkommen-Statistik 
der letzten Jahre mitzutheilen. 

2) Leone Levi schätzt das durchschnittliche Einkommen einer 
Arbeiter-Familie in England auf 94 £ (1880 M.), für das Jahr 1878 
in Betracht der ungünstigen Lage der Industrie auf S8 £ (1760 M.). 



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65 



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dieser nur dadurch zu erklären ist, dass die grosse Masse 
der handarbeitenden Klassen reichlich konsumirt, was natüi'- 
lich ein entsprechendes Einkommen voraussetzen lässt. 
Andererseits wird in Irland das durchschnittliche Ein- 
kommen der ärmeren Klassen unter dem Niveau der 
deutschen Zustände stehen. 

Wir haben früher erwähnt, dass die Britischen Finanz- 
übersichten nur in Betreff der Einkommen unter Abtheilung 
D (Handel und Gewerbe etc.) und E (Gehalte von An- 
gestellten) einen Nachweis der verschiedenen Einkommen- 
klassen geben, während die Vertheilung der Einkommen 
vom Grundbesitz, von der Landwirthschaft , von Staats- 
renten etc. nur generell angegeben wird. Es ist jedoch von 
Interesse sich auch jene partiellen Listen der Einkommen- 
statistik anzusehen. Wir beschränken uns, um nicht zu viel 
Raum in Anspruch zu nehmen, auf das. Jahr, 1876—77 
(für 1877 — 78 liegen die Angaben noch nicht vollständig 
vor), und stellen unsere Schätzung über die Preussischen 
Gesammt-Einkommen der gleichen Klassen daneben. 



Einkommenklassen 


Vereinigtes Königreich 
(1876 77) 

Zahl der ^„en Einlcoinmen 

Censiten. 
nnr Abthei- Millionen pro 
lung D u. E Mark , Censit 


Preussen 

1877 

Zahl deren Einkommen 
der 
Censiten ^illion. pro 
Mark Censit 


über 3000 bis 6000 Mark 
über 6000 bis 20000 Mark 
über 20000 bis 100000 Mark 
über 100000 Mark 

1 


276675 

lir,703 

22692 

3209 


151,8^) 

981,0 
802,9 
813,9 


(549) 

8411 

35382 

253621 


93899 

60583 

7602 

505 


460,3 

581,0 
287,9 
105,8 


4902 
9590 

37874 
209450 


Zusammen 


419279 


2750,2 




16258911435 

1 





1) Diese an sich höchst auffälligen Angaben bedürfen einer Er- 
läuterung. Die Britischen Uebersichteu der Einkommen in den Ab- 
Soetbeer, Volkseinkommen. 5 



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66 

Wäre es zu erlangen, auch in Bezug auf die Ein- 
kommen aus den übrigen Abtheilungen A, B und C — der 
Grundeigenthümer, der Pächter, der Eigenthümer von Staats- 
renten etc. — die Zahl der Personen, welche, ohne schon 
wegen sonstiger Einnahmen in Abtheilung D oder E mit ein- 
geschätzt zu sein, aus den übrigen Einnahme-Quellen ein 
über 150 iP hinausgehendes Einkommen beziehen, festzu- 
stellen sowie andererseits den unter D und E Eingeschätzten 
das ihnen zustehende sonstige Einkommen zuzurechnen, so 



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theilungen D und E, wo die besteuerten Personen direkt in Betracht 
kommen, führen auch eine Klasse von Einkommen unter 150 £ oder 
3000 M. auf, obschon das Gesetz Einkommen unter 150 £ für steuer- 
frei erklärt. Dies hat seinen Grund darin, dass es eine Menge Per- 
sonen giebt, welche aus Handel und Gewerbe ein Einkommen von 
weniger als 150 iß haben, allein aus anderen Quellen (Grund- oder 
Häuser- Eigenthum, Zinsen u. A.) ebenfalls Einnahmen beziehen, wonach 
ihr gesammtes Einkommen sich auf mehr als 150 £ beläuft und sie 
also steuerpflichtig sind. Von ihrem sonstigen Einkommen wird in 
den betreflfenden anderen Abtheilungen (A, B oder C) die Steuer vor- 
weg erhoben, während ihr Einkommen von Handel und Gewerbe oder 
aus Gebalten speciell pro Person besteuert wird, wie klein es auch 
sein mag, sobald es, wie gesagt, mit den übrigen Einnahmen zu- 
sammen den Betrag von 150 £ erreicht oder übersteigt. Man hat im 
Auge zu behalten, dass durch die) verschiedenartige Steuererhebung 
unter A, B, C, D und E die allgemeinen Bedingungen der Steuerpflicht 
nicht aufgehoben werden, dass aber die Listen von I) und E lediglich 
die partiellen Einkommen von Handel und Gewerbe etc. aufführen. 
So erklärt es sich, dass bei den Einkommen-Klassen von 3000 bis 
6000 das durchschnittliche Einkommen der unter D und E begrifl'enen 
Censiten auf viel weniger als selbst .SOOO M. auskommen kann. 
Andererseits bestätigt die Angabe, dass im Vereinigten König- 
reich, abgesehen von allen Personen, die ausschliesslich vom Grund- 
besitz und Zinsen ihre Einnahme hatten, 276,675 Personen zu den 
genannten Einkommenklassen zwischen 3000 und 6000 M. gehörten — 
gegen 93,899 Personen dieses Einkommens in Preussen, den bedeutend 
grösseren National-Wohlstand im ersteren Lande. 






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67 

würde selbstverständlich das Ueberwiegen der grösseren 
Einkommen in Grossbritannien vor denen in Preussen noch 
viel stärker hervortreten. Man erwäge, dass i. J. 1876—77 
im Vereinigten Königreich, ausser den 5739 Millionen M. 
unter D und E, noch 5667 Millionen M. unter A, B und C 
besteuert worden sind. — Im ganzen Preussischen Staate 
gab es i. J. 1877 überhaupt nur 8107 Familien oder einzelne 
Personen, welche Einkommen von über 20,000 M. besassen, 
während im Vereinigten Königreich gleichzeitig 25,710 
Familien oder Einzelne vorhanden waren, welche nur aus 
Handel und Industrie oder Gehalten mehr als 20,000 M. 
Einkommen hatten. Der Kontrast ist ausserordentlich und 
man müsste geneigt sein, die Richtigkeit der angeführten 
Verhältnisse in Zweifel zu ziehen, wenn nicht gerade hier- 
über die ziffermässigen Ermittelungen eine Zuverlässigkeit 
hätten, wie selten in statistischen Aufstellunoren dieser Art. 



In der Abhandlung von Baxter über das Britische 
National-Einkommen wird darauf hingewiesen, dass das auf 
Grund der Einkommensteuer berechnete jährliche Gesammt- 
Einkommen eines Landes einen viel höheren Betrag ergebe 
als in Wirklichkeit erworben worden, weil dabei eine be- 
deutende Menge von Werthen doppelt vorkomme, oder mit 
anderen Worten, dass oft ein und dasselbe Einkommen in 
verschiedenen Stadien aufs Neue zur Einkommensteuer in 
demselben Jahre herangezogen werde. Es wird zwischen 
dem Einkommen der produktiven und der unproduktiven 
Klassen unterschieden; für das Vereinigte Königreich i. J. 
1867 wird ersteres auf etwa 11,000 bis 12,000 Millionen, 

letzteres auf etwa 4200 bis 5100 Millionen M. veranschlagt. 

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68 

Diese Unterscheidung kommt wesentlich auf dasselbe hinaus, 
was in älteren deutschen volkswirthschaftlichen Lehrbüchern 
als ursprüngliches und abgeleitetes Einkommen aufgefasst 
wurde. Es hat nun allerdings seine Richtigkeit, dass das 
Einkommen der Staatsbeamten, der Besitzer von Staats- 
renten oder Kommunal-Obligationen etc., so weit es indirekt 
aus dem Ertrage der Abgaben herfliesst, vorher schon bei 
denen, welche diese Abgaben zahlten und solche nicht von 
ihrem steuerpflichtigen Einkommen in Abrechnung bringen 
durften, einmal versteuert und bei Berechnung des Volks- 
Einkommens in Rechnung gebracht war. Zur Verdeut- 
lichung diene folgendes Beispiel. Der Bediente eines Arztes 
erhalte an Jahreslohn einschliesslich Beköstigung, 500 M., 
so hat er hiervon Klassensteuer zu entrichten und sein Ein- 
kommen erscheint mit in der Summe des Volks-Einkommens. 
Die nämlichen 500 M. erscheinen aber ausserdem in dem 
steuerpflichtigen Einkommen seines Dienstherrn. Dieser hat 
aber, wie seine übrigen Einnahmen, so auch diese 500 M., 
die er seinem Diener baar oder in Kost vergütet, von seinen 
Patienten erhalten, in deren versteuerten Einkommen das 
dem Arzte bezahlte Honorar ebenfalls schon enthalten war, 
so dass die nämlichen 500 M. dreifach in den Steuerlisten 
enthalten sind und also auch fiir die Schätzung des Volks- 
Einkommens in demselben Jahre dreifach in Rechnung 
kommen. 

Es fragt sich nun, ob einer solchen Unterscheidung 
zwischen ursprünglichem und abgeleitetem Einkommen 
weitere Folge gegeben und letzteres bei einer richtigen 
Schätzung des eigentlichen Volks-Einkommens ausgeschieden 
werden kann und soll. Eine erneuerte Erwägung hat uns 



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überzeugt, dass mit solcher Unterscheidung nichts anzufangen 
sei. Müsste nicht z. B. mit demselben Rechte, wie die Be- 
soldung der Beamten als abgeleitetes Einkommen bezeichnet 
wird, auch dem betrefi'enden Einkommen eines Industriellen 
ein gleicher Charakter beigelegt werden, wenn dasselbe 
hervorgegangen ist aus dem Gewinn beim Verkauf seiner 
Artikel an Beamte, deren Einkommen in dem nach den 
Steuerrollen berechneten Volks-Einkommen einbegriffen ist? 

Auch folgende Erläuterung dürfte es anschaulich machen, 
dass es mit einer Unterscheidung des s. g. abgeleiteten 
Einkommens sehr misslich steht. Der Arzt, welcher einem 
Landwirth zur Gesundheit und neuer Arbeitsbefähigung 
verhilft, hat doch gewiss ebenso begründeten Anspruch 
darauf, zu der bezüglichen landwirthschattlichen Produktion 
und dem daraus erwachsenen Einkommen beigetragen zu 
haben, als der Schmied, welcher landwirthschaftliche Werk- 
zeuge reparirt, und dem doch Niemand abstreiten wird, 
dass die ihm zu leistende Vergütung direkt in dem Ein- 
kommen aus der Landwirthschaft wurzelt. 

Auch das Einkommen, welches das Militär und die 
Staatsbeamten aus ihren Besoldungen erhalten, muss an und 
für sich als mit der Produktion unmittelbar zusammen- 
hängend angesehen werden, da ohne den hierdurch gewähr- 
ten Schutz, wie die gegebenen Verhältnisse nun einmal sind, 
jede landwirthschaftliche, industrielle und sonstige produk- 
tive Thätigkeit höchst prekär und in der jetzigen Weise 
unmöglich wäre. Man kann darüber streiten, ob nicht die 
vom Staate aus den Steuern gemachten Aufwendungen über 
das Nothwendige hinausgehen, aber principiell müssen sie 
mit als Produktionsmittel des Volks-Einkommens betrachtet 



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70 

werden. Die BesoMungen für nothwendige oder doch 
zweckmässige Dienstleistungen jeder Art, wenn sie auch 
nicht unmittelbar zur Produktion mitwirken, bilden keinen 
Doppel - Ansatz im Volks -Einkommen, sondern sind in 
gleichem Maasse als selbständiges Einkommen berechtigt wie 
der Erwerb durch direkte Produktion. 

Nur in einem Falle scheint bei Betrachtung des Volks- 
Einkommens abgeleitetes Einkommen angenommen werden 
zu müssen, nämlich bei der Verzinsung von inländischen 
Staats- und Kommunal- Anleihen, welche zu unproduktiven 
Zwecken verausgabt worden sind, aus dem Ertrag der 
Steuern. Auch hier wird eine beispielsweise Erläuterung 
am einfachsten den Sachverhalt klar stellen. Im Vereinigten 
Königreich werden jährhch ca. 568 Millionen M. an Zinsen 
und Annuitäten der Nationalschuld ausbezahlt (was davon 
Ausländern zufällt, kommt wenig in Betracht), und ist 
dieser Zinsengenuss zum Vollen in dem versteuerten jähr- 
lichen Volks-Einkommen enthalten. Der nämliche Betrag 
ist aber auch schon in dem Einkommen der Steuerpflichtigen 
enthalten gewesen, da, wenn Jemand ein Einkommen von 
20,000 M. hat, er hiervon nach Vorschrift des Gesetzes 
250 M. Einkommensteuer zu entrichten hat, dessen un- 
geachtet aber nicht mit nur 19,750 M. steuerpflichtig wird. 
Frankreich hat seit 1850 seine Staatsschuld um ca. 
444 Millionen M. jährliche Rente vermehrt, und er- 
scheint das dortige Volks-Einkommen, wenn selbiges aus 
der Addirung der sämmtlichen Einkommen berechnet wird, 
um diesen Betrag grösser. Allein diese Vermehrung des 
Volks-Einkommens ist doch in Wirklichkeit nicht vorhanden, 
da dieselbe nur durch eine gleiche Erhöhung der Abgaben 




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erzielt wird. Für die Schätzung des Volks-Einkoramens im 
Preussischen Staate kommt indess ein solches abgeleitetes 
Einkommen so gut wie gar nicht in Betracht, da der 
grösste Theil der Preussischen Staatsanleihen, wie nament- 
lich die Eisenbahn-Schulden, hauptsächlich durch die Ein- 
nahmen aus den betreflfenden Anlagen selbst schon gedeckt 
wird und ausserdem der bei der Schätzung des Volks- 
Einkommens nicht berücksichtigte Ertrag der Staatsdomänen 
den Zinszahlungen mit gegenübersteht. 

Nach unserer Schätzung auf Grund der Veranlagungen 
zur Klassen- und Einkommensteuer hat das Volks-Einkommen 
im Preussischen Staate im Jahre 1878 die Summe von etwa 
8070 Millionen M. betragen. Unter Volks-Einkommen ist 
hierbei das gesammte Einkommen aller erwerbenden phy- 
sischen Personen in Preussen verstanden. Das Einkommen 
juristischer Personen sowie dasjenige aus der privatwirth- 
schaftlichen Ausnutzung von Staatsöigenthum für Rechnung 
des Fiskus sind gänzlich unberücksichtigt geblieben. Um 
diese Einkommen vollständig zu veranschlagen, dazu fehlt 
es an ausreichendem Material. Dieselben gehören aber 
(abgesehen vom Gewinn der Aktiengesellschaften, welcher 
nach den vertheilten Dividenden von den Aktionären neben 
ihrem sonstigen Einkommen versteuert und also in deren 
Veranlagung mit inbegriflfen ist oder es sein sollte) unzweifel- 
haft mit zur Gesammtheit des Volks- Einkommens. Dies ist 
sofort einleuchtend, wenn man die wirthschaftlichen Zustände 
zweier Länder, wo diese Verhältnisse sehr verschieden sind, 
sich gegenüber stellt. Nehmen wir z. B. Frankreich, wo 
das direkt produktive Staatseigenthum von untergeordneter 



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Bedeutung ist, und Preussen, dessen Staatshaushalts - Etat 
für das Jahr vom 1. April 1878—79 u. A. folgende Positionen 
aufweist:^) 

Einnahmen Ausgaben 

M. M. 

Domänen 29,531,540 6,755,300 

forsten 85,029,040 25,914,200 

Seehandlungs-Institut 3,000,000 — — 

Rente von der Reichsbank . . . 1,865,730 — — 
Bergwerks- Hütten- und Salinenwesen 95,670,892 82,290,134 
Staatseisenbahnen 174,415,576 116,390,336 

Die Betriebsausgaben des Staates in diesen Verwal- 
tungen, soweit sie in Löhnen und Gehalten bestehen, gelangen 
im Einkommen der Arbeiter und Angestellten zur Ein- 
schätzung und sind ebenso wenig besonders in Anrechnung zu 
bringen wie die gleichen Betriebsausgaben bei entsprechenden 
Privat- Unternehmungen. Das Rein-Einkommen vom Staats- 
eigenthum hingegen müsste eigentlich ebenso gut bei einer 
Schätzung des Volks -Einkommens in Rechnung gestellt 
werden, als wenn die Domänen, Forsten, Bergwerke, Hütten- 
werke und Salinen sich im Eigenthum von Privaten befänden. 
Nicht anders verhält es sich mit demjenigen Einkommen, 
welches Kommunen, Kirchen, Universitäten, Schulen, Stif- 
tungen jeder Art aus der Verpachtung und Vermiethung 
von Ländereien und Baulichkeiten, aus Hypotheken, Renten 
etc. beziehen, welches Einkommen zur Einschätzung käme, 
wenn es Privaten zustände. 

Würde man diese verschiedenen Einkommen ermitteln 
und zusammenlegen, so ergäbe sich höchst wahrscheinlich 

I) Vgl. die Bemerkung zu Anlage A, S. 82. 






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73 

ein Betrag von mehreren Hundert Millionen M., welcher mit 
zum Volks-Einkommen zu rechnen wäre. 

Der Reinertrag der Preussischen Staatseisenbahnen 
bringt jetzt ungefähr so viel ein, um das darin angelegte 
Kapital, welches meist durch Anleihen herbeigeschafft ist, 
mit 4% bis 5% zu verzinsen. Das aus diesen Zinsen hervor- 
gehende Einkommen von Privaten ist in den Einschätzungen 
zur Einkommensteuer mit enthalten und insofern kommt es 
auf dasselbe hinaus, als wenn die nämliche Einnahme durch 
Austheilung von Dividenden bewirkt wäre. 

So lange und so weit die Eisenbahnen einen Reinertrag 
liefern (woruntertwir hier den Ueberschuss der Einnahme 
über die Kosten für den Betrieb und die Erhaltung der 
Bahn nebst Zubehör verstehen), bildet dieser einen Theil 
des Volks-Einkommens, mögen die Bahnen Eigenthum des 
Staats oder von Aktiengesellschaften sein. Nach Amorti- 
sation der Anlagekosten oder auch nach Wegfall eines Rein- 
ertrags in Folge von Tarifermässigungen würden die Eisen- 
bahnen ebenso wenig einen Theil des Volks-Einkommens 
schaffen, wie dies jetzt bei den Chausseen, schiffbaren Ge- 
wässern etc. der Fall ist, obschon sie für Hebung des all- 
gemeinen Wohlstandes von höchstem Werthe wären. 

Diese Bemerkung bezweckt darauf mit hinzuweisen, wie 
ausserordentlich schwierig und bedenklich es erscheint, das 
durch Zusammenlegung der einzelnen Privat-Einkommen be- 
rechnete Volks-Einkommen in Ländern mit wesentlich ver- 
schiedenen wirthschaftlichen Zuständen unter einander zu- 
treffend zu vergleichen und darauf, ohne gehörige Vor- 
behalte und Erläuterungen, bündige Schlussfolgerungen zu 
begründen. 



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74 



XII. 

Der hauptsächliche Zweck dieser Abhandlung ist eine 
motivirte, der Wirklichkeit sich möglichst annähernde 
Schätzung des Volks-Einkommens im Preussischen Staate 
während des siebenjährigen Zeitraums von 1872 — 1878. 
Wir hoffen, dass es gelungen sein wird, diese statistische 
Aufgabe vollständiger zu erfüllen, als bisher geschehen war 
und auch beim Mangel mancher erst in den letzten Jahren 
gebotener Auskünfte und Belehrungen geschehen konnte. 
Zugleich knüpft sich daran der Wunsch, dass der gegen- 
wärtige Versuch bald durch fernere Nach Weisungen und sach- 
verständige Kombinationen berichtigt und fortgesetzt werden 
möge. Aber schon in ihrer jetzigen UnvoUkommenheit 
werden die vorgelegten Zusammenstellungen, wie wir meinen, 
einen reichlichen Stoff zu mehrseitigen socialpolitischen und 
finanziellen Betrachtungen bieten. Diesen wollen wir indess 
im üebrigen nicht nachgehen, allein ein Moment erscheint 
uns doch von solcher Evidenz und Wichtigkeit, dass wir uns 
nicht versagen können, obschon dieser Gegenstand bereits in 
früheren Aufsätzen über die Preussische Einkommen-Statistik 
gelegentlich besprochen worden ist, einige Bemerkungen 
hierüber aufs Neue beizufügen. 

In keinem anderen Lande scheinen uns so sehr wie in 
Deutschland gewisse Vorurtheile über die allgemeine wirth- 
schaftliche Entwicklung verbreitet und fest gewurzelt zu sein. 
Dahin gehört die Meinung, dass in neuerer Zeit die Reichen 
immer grösseren Reichthum anhäufen, der Wohlstand des 
Mittelstandes dagegen zusehends zurückgehe und die Ar- 



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muth immer weiter in Kreise dringe, die bisher in besserer 
Lage gewesen. Die von uns vorgelegten Schätzungen des 
Preussischen Volks-Einkommens bringen keine Bestätigung 
dieser Meinung. 

Man wird einräumen müssen, dass im Ganzen und 
Grossen genommen das beträchtliche Steigen der Geldlöhne 
und der kleinen Gehalte, welches seit 1851 und besonders, 
wenngleich vielfach nur vorübergehend, in den Jahren 1871 
bis 1874, stattgefunden hat, nicht als ein sicheres Anzeichen 
der verbesserten Lage der unteren Volksklassen gelten kann, 
denn die Preise vieler Gegenstände des nothwendigen Lebens- 
unterhalts sind nicht minder, ja theilweise noch mehr ge- 
stiegen. Allein der Massstab des Lebensbedarfs hat sich 
inzwischen unzweifelhaft gehoben und darin liegt unverkenn- 
bar ein Fortschritt. Wir können für die Lage der dürftigen 
Klasse aus unseren Uebersichten selbstverständlich keinen 
Schluss ziehen, da die Annahme eines durchschnitt- 
lichen Jahres-Einkommens derselben mit 350 M. für den 
Einzel-Erwerbenden und 500 M. für den Haushalt nicht 
aus speciellen Einschätzungen hervorgegangen ist, aber bei 
der folgenden Klasse der kleinen Einkommen finden wir 
als durchschnittliches Einkommen pro Censit 880 M. im 
Jahre 1872 und 917 M. im Jahre 1878. — Die wirklich 
erschreckende Vorstellung, dass weit über die Hälfte der 
Bevölkerung im Preussischen Staate solchen Haushaltungen 
angehöre, die weniger Jahres - Einkommen als 420 M. 
hätten, wird für immer verschwunden sein. 

Blicken wir auf die Klassen mit massigen Einkommen 
(von 2000 bis 6000 M.), den Kern des Mittelstandes, so 
ersieht man aus unserer Uebersicht, dass die Zahl der Cen- 



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siten in dieser Klasse seit 1872 von 331,658 aul* 396,895, 
also um etwa 20% gestiegen ist. Mag immerhin die Zu- 
nahme zum Theil der schärferen Einschätzung beizumessen 
sein, so erscheint die Zunahme doch beträchtlich genug, um 
daneben noch eine sonst entstandene Vermehrung dieser 
Klasse voraussetzen zu dürfen. — Aehnliches gilt für die 
Klassen mit mittleren und grossen Einkommen. 

Ganz anderer Art ist der Eindruck, welchen die Tabelle 
der sehr grossen Einkommen zurücklässt. Von 1872 bis 
1874 steigt freilich hier die Zahl der Censiten von 357 mit 
81 Millionen M. auf 551 mit nahezu 122 Millionen M., und 
kann dies sehr leicht die Meinung einer Ausbeutung der 
Masse durch wenige rasch bereicherte Parvenüs erwecken. 
In der That hat der Schwindel der drei Jahre 1871 — 1873 
plötzlich eine Reihe sehr grosser Vermögen geschaffen, ist 
aber keineswegs die einzige Ursache derselben. Zum Theil ist 
die in den Steuerrollen erscheinende Vermehrung dieser 
Klasse nur eine Folge schärferer Einschätzung, die hier vor 
Allem eintrat. Ausserdem zeigten schon die nächstfolgenden 
Jahre das Zutreffen des Sprüchworts: „Wie gewonnen, so 
zerronnen." Die oberste Klasse ist von 551 Censiten mit 
122 Millionen M. Einkommen im Jahre 1874 auf 491 Cen- 
siten mit 102 Millionen M. Einkommen im Jahre 1878 
wieder zurückgegangen. Und selbst damals, als die sehr 
grossen Einkommen den höchsten Gipfel erreicht hatten, 
bildeten dieselben zusammen doch nur 1,62 ^'/o des gesammten 
Volks-Einkommens und im Jahre 1878 nur noch 1,26%. 

Und hieran reiht sich eine Betrachtung zur Abweisung 
des Vorurtheils, es sei wünschenswerth, dass die Zahl der 
grossen und sehr grossen Einkommen in Preussen sich ver- 



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mindern und die Vertheilung des Volks-Einkommens gleich- 
massiger sich gestalten möge, wozu die Reform der Be- 
steuerung mittelst einer progressiven Vermögens- und Ein- 
kommensteuer ein geeignetes Mittel biete. Glücklicherweise 
ist der AViderstand, den die Macht der konkreten Verhält- 
nisse der Erfüllung solcher Wünsche und Projekte natur- 
gemäss entgegenstellt, zu stark, um deshalb ernstlichen 
Befürchtungen sich hinzugeben, allein schon das Vorurtheil 
an sich wirkt schädlich und kann unter Umständen zu 
kleinlichen Massregeln führen, an deren Folgen Niemand 
mehr zu leiden hätte als die grosse Masse der handarbeiten- 
den Klassen. W^ie paradox es Vielen auch erscheinen mag, 
wir sprechen es wiederholt als unsere feste Ueberzeugung 
aus, dass es in Preussen viel zu wenig grosse und sehr 
grosse Einkommen giebt und dass in England und Frank- 
reich grade deshalb der Wohlstand viel allgemeiner und 
fester ist als in Deutschland, weil in jenen Ländern die 
Zahl der Reichen überhaupt, und vornehmlich im Kreise des 
Handelsstandes und der. Industrie ungleich grösser ist. 

Die Missgunst, welche grosse Vermögen und daraus 
fliessende Einkommen trifft, die blos durch Erbschaft 
oder reinen Glücksfall entstanden sind und dann in wider- 
wärtigem Missbrauche vergeudet werden, lässt sich leicht 
begreifen; allein solche Einkommen bilden doch nur Aus- 
nahmsl'älle und dauern meist nicht lange, während die Regel 
ist, dass sehr grosse Einkommen entweder die Frucht 
väterlichen und eigenen, ausdauernden intelligenten Fleisses 
und weiser Sparsamkeit sind und dann meist vorwiegend 
zur Erweiterung oder neuen Begründung wirthschaftlicher 
Unternehmungen verwendet, oder auch in anderen Fällen, 



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78 

namentlich bei altem Familien besitze , in würdiger und den 
allgemeinen höheren Interessen zusagender Weise veraus- 
gabt werden. 

Zur Abwehr der theoretischen Angriffe gegen grosse 
Einkommen haben wir häufig Berechnungen angetroffen, 
wonach eine Konfiskation und Vertheilung aller grösseren 
Einkommen auf jeden Kopf der Bevölkerung nur eine 
Vermehrung jedes Einkommens um wenige Mark austragen 
würde. Von solcher dürftigen Rechtfertigung möchten wir 
entschieden abmahnen, da sie fast den Anschein hat, 
als gebe es keine triftigen wirthschaftlichen Gründe fiir 
die ungleiche Vertheilung des Volks-Einkommens. Man ver- 
setze sich in die Lage eines Arbeiters, welcher wöchent- 
lich mit Noth und Mühe nur ein Einkommen von vielleicht 
12 M. erwirbt, wird dem nicht die Aussicht auf einen jähr- 
lichen Zuschuss von einigen Mark als eine nicht zu ver- 
achtende Verbesserung sich darstellen! Die Rechtfertigung 
grosser Einkommen einzelner Privat-Personen scheint vor 
Allem durch die in der Natur der Sache und durch die 
praktische Erfahrung begründete Nachweisung gegeben zu 
sein, dass heutigen Tages in civilisirten Ländern „die freie 
Verfügung über Massen von Kapital in den Händen einzelner 
tüchtiger Individuen die Bedingung jedes grösseren socialen 
Fortschritts ist". Und ist nicht ausserdem das Vorhanden- 
sein grosser Einkommen gegenwärtig die nothwendige Be- 
dingung für eine zahlreiche Menge von Erwerbszweigen? 
Es liegt uns fern in irgend einer Weise die agrarischen 
Verhältnisse des Vereinigten Königreichs in Folge des 
dortigen Erbrechts und Herkommens, die extravagante An- 
häufung des Landeigenthums im Besitze weniger Familien 






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79 



und die traurigen Zustände des landwirthschaftlichen Prole- 
tariats zu vertheidigen oder auch nur als auf die Dauer halt- 
bar zu erklären. Gerne erkennen wir es an, dass in dieser 
Hinsicht Deutschland sich, Gottlob, in einer ungleich 
günstigeren Lage befindet und diese jedenfalls behaupten 
muss. Wir sehen aber hier ab von den Britischen Grund- 
besitzern und Pächtern und betrachten nur die auf Handel 
und Industrie begründeten Einkommen. Wir haben vorhin 
nachgewiesen, dass sich unter diesen über 25,000 Einkommen 
von mehr als 20,000 M. befinden, denen in Preussen, wenn 
man von den sämmtlichen etwa 8000 Einkommen dieser Klassen 
die auf Grundbesitz und Renten-Einnahmen beruhenden in 
Abzug bringt, vielleicht kaum 4000 bis 5000 entsprechende 
Einkoramen gegenüber zu stellen sein möchten. In England 
wird man bei aller Agitation für möglichst hohen Arbeits- 
lohn fast nie Klagen über zu grosse Anhäufung des Kapitals 
in Händen einzelner Unternehmer begegnen, weil die öffent- 
liche Meinung es fast instinktmässig fühlt, dass ohne grossen 
Kapitalienbesitz vieler Privatpersonen die Lage der hand- 
arbeitenden Klassen hülflos wäre und die Britische Industrie 
bald dem Ruin verfallen würde. Man hört auch nicht von 
dortigen ernstlichen Bestrebungen, im Interesse der Masse 
der Bevölkerung die Einkommensteuer zu steigern; im 
Gegentheil, die möglichste Ermässigung dieser Steuer, die 
ja auch seit einigen Jahren nur 1,2 % oder selbst nur % % 
betragen hat, findet in England allgemeinen Beifall. In 
Deutschland verhält sich dies wesentlich anders, obschon 
die grossen Einkommen hier so ungleich seltener vorhanden 
sind. Statt die vorhandenen verhältnissmässig wenigen 
grossen Vermögen im Besitze von betriebsamen Unter- 



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nehmern als eine Beeinträchtigung der kleinen und dürf- 
tigen Einkoramen in Deutschland anzufechten, wäre es 
richtiger, die Unentbehrlichkeit derselben anzuerkennen und 
eine bedeutende Vermehrung solcher grossen Vermögen 
zu wünschen, denn durch das Bestehen und Entstehen von 
Aktiengesellschaften und durch industrielle Unternehmungen 
im Staatsbetriebe kann dafür nur ungenügender Ersatz im 
Interesse des allgemeinen wirthschaftlichen Fortschritts des 
Landes gefunden werden. 

Grosse Einkommen, die auf ausgedehnten Grundbesitz 
oder auf Familienstiftungen begründet sind, können sich 
der Natur der Sache nach auch sehr erhöheten Einkommen- 
steuern nicht entziehen, deren Einwirkung hier sich haupt- 
sächlich durch Einschränkungen des Verbrauchs äussern 
und den allgemeinen wirthschaftlichen Interessen vielleicht 
nicht sehr schaden dürfte. Wie steht es aber um grosse 
Einkommen, welche durch Handel und Industrie entstanden 
sind und erhalten werden? Fdne hohe Einkommensteuer 
muss nothwendig auf die Bildung, Erhaltung und weitere 
Ausdehnung grosser Einkommen dieser Art einen hemmen- 
den Einfluss äussern, wenn solcher oftmals auch sich der 
Öffentlichen Wahrnehmung entzieht. Die Steuerkraft der 
Bevölkerung muss in Frankreich in ungleich stärkerem 
Grade als in Preussen angespannt werden, aber dessen un- 
geachtet haben bei aller politischen Umgestaltung Regierung 
und Landesvertretung eine direkte Einkommensteuer stets 
abgewehrt. Dass in Grossbritannien die Einkommensteuer, 
so bald nicht ganz besondere Anforderungen an den Staats- 
haushalt gemacht werden, aufs äusserste ermässigt wird, 
selbst bis unter 1 %, ist schon erwähnt worden. In 






•i 



^ 



81 



beiden Ländern besteht aber unzweifelhaft ein grösserer 
allgemeiner Wohlstand als in Preussen. Dass das Wider- 
streben in jenen Ländern gegen hohe und namentlich pro- 
gressive Einkommensteuern wesentlich mit der Erkenntniss 
oder dem Gefühl zusammenhängt, dass solche Steuern 
der Bildung grosser industrieller Vermögen und damit der 
allgemeinen Erwerbthätigkeit nicht günstig sind, halten 
wir für wahrscheinlich. In Preussen wird nach der ganzen 
bisherigen Entwickelung des Steuerwesens und bei den 
gegebenen finanziellen Verhältnissen die Beibehaltung einer 
erheblichen Staats-Einkommensteuer als selbstverständlich 
gelten müssen. Allein es darf der reiflichen Erwägung der 
gesetzgebenden Faktoren empfohlen werden, ob es nicht im 
wahren wirthschaftlichen Interesse des ganzen Landes ge- 
boten erscheint, mit der Erhebungsweise dieser Steuer 
keine Experimente vorzunehmen, einen höheren Ertrag als 
den gegenwärtigen mit derselben nicht zu erstreben und sie 
demgemäss zu kontingentiren , vor Allem aber, so weit wie 
es sich irgend durchführen lässt, die Zuschläge zu der 
Staats-Einkommensteuer zu Zwecken des Kommunal-Haus- 
halts aufhören zu lassen. 



Soetbeer, Volkseinkommen. 



6 



i ifar a# -. i j^ ^ ii 



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82 



A n li a n g. 



Anlage A. Einnahmen von der Klassensteuer und der klassifizirten 

Einkommensteuer im Preussiscfien Staate, 1868—1879. 

(Aktenstück No. 220 zu den Verhandlungen des Hauses der Abgeord- 

•neten, 1878—1879, Seite 1486 f.)») 



Jahre 



K lassensteuer 



Nach dem Vor- 
an schlaji^e 
(Etat) 



Nach der Wirklich- 
keit 
^(n. d. Bechnungen) 



Klassificirte Einkommensteuer 



Nach dem Vor- 
anschlage 
(Etot) 



Nach der Wirklich- 
keit 
(n. d. Kechnoogen) 



Mark 



Mark 



Mark 



Mark 



1868 


38,395,500 


38,566,386 


14,598,600 


14,720,060 


1869 


38,706,000 


39,245,571 


14,790,000 


15,636,672 


1870 


39,210,000 


38,637,263 


15,540,000 


16,342,180 


1871 


39,210,000 


38,780,709 


16,692,000 


16,770,785 


1872 


39,504,000 


40,386,843 


16,956,000 


18,393,536 


1873 


39,792,000 


41,088,690 


21,000,000 


21,446,968 


1874 


32,544,000 


32,820,216 


21,447,000 


24,247,107 


1875-) 


41,500,000 


39,604,541 


28,047,000 


29,249,715 


1876 


41,505,000 


41,419,391 


29,347,000 


30,111,928 


1877-78 


41,390,000 


41,588,474 


30,264,000 


30,626,366 


1878-79 


41,406,000 




30,864,000 




1879 80-'') 


41,485,000 , 




31,349,000 





1) Die in diesem Aktenstück mitgetheilten Angaben über die 
Einnahmen von der Klassensteuer und der Einkommensteuer beziehen 
sich auf den Keinertrag der Steuern ; die dem Landtage mitgetheilten 
Uebersichten der Veranlagungen ergeben viel grössere Beträge ; z. B. 
für das Jahr J872: Klassensteuer 40,989,931 M. und Einkommensteuer 
21,634,686 M.; — für das Jahr 1877: Klassensteuer 4-1,989,290 M. und 



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4 . 



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83 



Einkommensteuer 31,723,632 M. ; — für das Jahr 1878: Klassensteuer 
45,011,931 M. und p:inkommensteuer 32,222,196 M. 

2) Im Jahre 1875 ward zuerst die Klassen Steuer in den bisher 
mahl- und schlachtsteuerpflichtigen Ortschaften erhoben, und daselbst 
auch die Einkommensteuer im vollen Betrage erhoben. Seit diesem 
Jahre wurden auch die 720,000 M. übersteigenden Einkommen zu 
ihrem vollen Betrage der Einkommensteuer unterzogen. — 

3) Zur Erläuterung der Seite 73 gemachten Bemerkungen geben 
wir hier aus dem oben erwähnten Aktenstück noch folgenden Auszug : 
„Kein Staat hat einen so günstigen Vermögensstand wie Preussen. 
Während die Staatsschuld am Schlüsse des laufenden Jahres sich auf 
voraussichtlich 1246,351,451 M. belaufen wird, beträgt das in den Staats- 
eisenbahnen Preussens befindliche Anlagekapital 1480 Millionen M. 
somit nahezu 240 Millionen M. mehr. — Der Staat besitzt ferner als 
vollständig schuldenfreies Eigenthum, abgesehen von allem Uebrigen, 
die wertli vollen Berg- und Hüttenwerke, 341,172 Hektare nutzbare 
Domänengrundstücke, 2,500,000 Hektare nutzbaren Wald." 



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84 



Anlage B. Bemerkungen zu den dem Landtage vorgelegten Nachweisungen 
über die Anzahl der zur Klassensteuer und zur klassifizirten Einkommen- 
steuer veranlagten Personen. 

„Die Hebung sowohl der Klassen- wie auch der klassi- 
fizirten Einkommensteuer geschieht in der Regel nach 
Haushaltungen. 

Solche Personen, welche weder Vorstand einer Haus- 
haltung sind, noch einer (besteuerten oder steuerfreien) 
Haushaltung angehören, werden als Einzelnsteuernde für 
sich in der Rolle nachgewiesen und nach Massgabe ihrer 
Verhältnisse besonders veranlagt oder als steuerfrei an- 
erkannt." 



Die Nachweisung nach den Ergebnissen der Ver- 
anlagung für das Jahr 1875 enthielt folgende allgemeine 
Angaben : 

„Befreit von der Klassensteuer sind: 

wegen Jahres-Einkommen von unter 

^20 M . 6,049,699 Personen 

vor vollendetem 16. Lebensjahre (aus 
der 1. Stufe) 16,281 „ 

Veteranen 248,174 „ 

wegen beeinträehtigtej Leistungsfähig- 
keit (aus der 1. Stufe) 267,012 

Zusammen 6,582,066 Personen 

Der Klassensteuer unterworfen . . . 17,393,308 

Der Einkommensteuer unterworfen . 550,314 

Bevölkerung nach den Klassensteuer^^ ' 

^'^"e" 24,525,778 Person." 



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85 

Die Zahl der Censiten nach der Veranlagung für das 
Jahr 1875 betrug: 

zur Klassensteuer 4,850,791 gegen 3,829,172 i. J. 1874, 

zur Einkommensteuer 150,469 „ 139,556 i. J. 1874. 
Im Jahre 1873, vor der durch Gesetz vom 25. Mai 
1873 bestimmten Befreiung der Stufe la, waren klassen- 
steuerpflichtig gewesen: 7,840,231 Censiten. 

Die Bevölkerung in den mahl- und schlachtsteuerpflich- 
tigen Ortschaften und demnach klassensteuerfrei, resp. zu 
einem Abzug von der Einkommensteuer berechtigt, hatte 
im Jahre 1874 betragen: 

klassensteuerfrei 576,975 1 

klassensteuerpflichtig 2,001,5721 zusammen 2,814,213. 

einkommonsteuerpflichtig 235,666] 



Gesammtbevölkerung 
nach den Steuer- 
rollen : 
Klassensteuer 

Einkommensteuer 
Zusammen 



1876. 1877-78. 1878-79. 



Personen. 

24,832,784 
571,975 



Personen. 

25,346,277 

596,313 



Personen. 
25,747,660 
609,206 



25,404,759 25,942,500 26,350,866 



Unbesteuert geblieben: 

Haushaltungsvorstände 1,133,946 

Einzel- Erwerbende 2,1 77,806 

Zusammen 3,311,752 

Haushai tungsangehörig^3,058,l 04 
Im Ganzen 



1,106,806 

2,280,532 
3,387,428 

3,038,105 



1,171,178 

2,335,245 
3,506,423 

3,158,167 



0,360,856 6,425,533 6,664,500 



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86 



1876. 

Personen. 
Klas^nsteuerpflichtige : 

Haushaltungsvorstände 3,809,485 

Einzel-Erwerbende 1,188,743 

Zusammen 4,998,228 

Haushaltungsangehür. 12,892,725 
Im Ganzen 17,890,953 

Einkommensteuerpflichtige : 
Haushaltungs vorstände 130,747 
Einzel-Erwerbende 26,349 

Zusammen 157,096 

Haushaltungsangehörige 414,879 
Im Ganzen 571,975 

Durchschnittsbestand pro lüu Haus- 

der Haushaltungen : Haltungen 

Personen. 



bei den Unbesteuerten 
bei den Klassensteuer- 
pflichtigen 
bei den Einkommen- 
steuerpflichtigen 



369 



438 



417 



1877 78. 


1878-79. 


Personen. 


Personen. 


3,894,843 


3,923,365 


1,203,889 


1,193,190 


5,098,732 


5,116,555 


13,225,699 


13,357,309 


18,324,431 


18,473,864 


135,564 


139,118 


27,209 


28,189 


162,589 


167,307 


433,724 


441,899 


596,313 


609,206 


pro 100 Haus- 


pro 100 Haus- 


haltungen 


haltungen 


Personen. 


Personen. 


374 


370 



420 



420 



440 



418 



Bei der Klassensteuer betrug 1878—79 die Zahl der ver- 
anlagten Personen (Censiten) in Prozenten der Bevölkerung 
im Ganzen 27,7 o. — Am stärksten war das Verhältniss in 
Berlin mit 47,o9 ^1^ und im Regierungsbezirk Wiesbaden 
mit 30,7 %, am schwächsten in den Regierungsbezirken 
Marienwerder mit 21,6 5 und Köslin mit 20,5 5 %. 






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87 

Anlage C. Anzahl der zur Klassen- und klassifizirten Einkommensteuer 

veranlagten Personen und Betrag der veranlagten Steuer 

für das Jahr vom 1. April 1878—79. 

Klassensteuer. 





Stufen. 




Zahl 
der Censiten 


Betrag 


Nr. 


i Einkommen 


Steuersatz 


der Steuer 




Mark 


Mark 


Personen 


Mark 


1 


420— 660 


3 


2,662,104 


7,986,312 


2 


660— 900 


6 


1,098,771 


6,592,626 


ß 


900-1050 


9 


360,657 


3,245,913 


4 


1050—1200 


12 


295,678 


3,548,036 


5 


1200-1350 


18 


179,367 


3,228,606 


6 


1350—1500 


24 


137,700 


3,304,800 


7 


1500-1650 


30 


82,556 


2,476,680 


8 


1650-1800 


36 


81,630 


2,938,680 


9 


1800-2100 


42 


64,565 


2,711,730 


10 


2100-2400 


48 


66,217 


3,178,416 


11 


2400—2700 


60 


40,524 


2,431,440 


12 


2700-3000 


72 


40,780 


3,368,592 




Zusammen 


5,116,555 


45,011,931 




Klassifizirte Einkommensteuer. 




Stufen. 


Zahl 
der Censiten 


Betraff 


Nr. 


Einkommen 


Steuersatz 


der Steuer 




Mark 


Mark 


Personen 


Mark 


0* 


3,000- 3,600 


72 


1,352 


97,344 


0* 


3,600- 4,200 


90 


495 


44,550 


1 


3,000— 3,600 


90 


48,896 


4,400,640 


2 


3,600 4,200 


108 


27,124 


2,929,392 


8 


4.200 4,800 


126 


19,306 


2,432,556 


4 


4,800- 5,400 


144 


13,813 


1,989,072 


5 


5,400— 6,000 


162 


10,085 


1,633,770 


6 


6,000 7,200 


180 


11,987 


2,157,660 


7 


7,200- 8,400 


216 


7,514 


1,623,024 


8 


8,400- 9,600 


252 


5,849 


1,473,948 


9 


9,600—10,800 


288 


3,813 


1,098,144 


10 


10,800-12,000 


324 


3,216 


1,041,984 


11 1 


12,000-14,400 


360 


3,173 


1,142,280 


12 i 


14.400—16,800 


432 


2,522 


1,089,504 




Latus 


159,145 


23,153,868 



# .--K 



88 





Stufen. 




Zahl 
der Censiten 


Betrag 


Kr 


Einkommen 


Steuersatz 


der Steuer 


x^»« 


Mark 


Mark 


Personen 


Mark 

• 




16,800- 19,200 


Trausport 


159,145 


23,153.868 


18 


504 


1490 


750,960 


14 


19,200- 21,600 


576 


1814 


756,864 


15 


21,600- 25,200 


648 


1187 


769,176 


16 


25,200- 28,800 


756 


742 


560,952 


17 


28,800- 32,400 


864 


662 


571,968 


18 


32,400- 36,000 


972 


484 


470,448 


19 


36,000- 42,000 


1080 


471 


508,680 


20 


42,000- 48,000 


1260 


393 


495,180 


21 


48,000- 54,000 


1440 


299 


430,560 


22 


54,000— 60,000 


1620 


195 


315,900 


23 


60,000— 72,000 


1800 


250 


450,000 


24 


72,000- 84,000 


2160 


184 


397,440 


25 


84,000- 96,000 


2520 


116 


292,320 


26 


96,000 108,000 


2880 


73 


210,240 


27 


108,000 120,000 


3240 


60 


194,400 


28 


120,000- 144,000 


3600 


63 


226,800 


29 


144,000- 168,000 


4320 


36 


155.520 


30 


168,000- 204,000 


5040 


42 


211,680 


31 


204,000- 240,000 


6120 


22 


134,640 


82 


240,000- 300.000 


7200 


27 


194,400 


33 


300,000- 360,000 


9000 


15 


135,000 


34 


360,000- 420,000 


10,800 


8 


86,400 


85 


420,000 480,000 


12,600 


6 


75,600 


36 


480,000 540,000 


14,400 


2 


28,800 


37 


540,000— 600,000 


16,200 


4 


64,800 


38 


600,000- 060,000 


18,000 


1 


18,000 


40 


720,000- 780,000 


21,600 


4 


86,400 


41 


780,000 840,000 


23,400 


1 


23,400 


43 


900,000 960,000 


27,000 


2 


54,000 


45 


1,020,000—1,080,000 


30,600 


2 


61,200 


46 


1,080,000-1,140,000 


32,400 


2 


64,800 


47 


1,140,000 1,200,000 


34,200 


1 


34,200 


50 


1,320,000-1,380,000 


39,600 


1 


39,600 


61 


1,980,000-2,040,000 


59,400 


1 


59,400 


66 


2,280,000 2,340,000 


68,400 


1 


68,400 


67 


2,340,000-2,400,000 


70,200 


1 


70,200 



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I 

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89 



Anlage D. United Kingdom. Annual Value of Property and Profits, 
assessed to the Income Tax. in the years, ended 5th. April 

1872, 1877 and 1878. 
Schedule A. for all Lands, Tenements, Tithes not commuted, 
Manors, Fines etc. 

B. in respect of the Occupation of Land, Tene- 
ments, and Hereditaments. 

C. for all Profits arising from Annuities, Dividends, 
& payable out of the public Revenue. 

D. for all gains arising from any Profession or 
Trade (incl. Kailways, Canals, Mines, Gasworks, 
Waterworks). 

E. for all Public Offices and Pensions paid out of 
the public Revenue and Salaries & of Employs 
of Corporate Bodies etc. 



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» 



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V 



Schedule 



1872. 



A. 
B. 
C. 
D. 

E. 

Total. 



153,817,528 
59,196,176 
38,646,360 

202,905,367 

27,772,886 



1877. 

174,173,113 
69,237,966 
39,968,177 

256,908,743 
30,043,390 

570,351,389 



1878 (pro vis.) 

177,239,000 
69,184,000 
40,200,000 

260,087,000 
31,477,000 

578,187,000 



Zusammen | 167,307 1 32,222,196 



482,338,317 

Für den Vergleich zwischen den beiden Jahren ist zu 
beachten, dass erst seit dem Jahre 1874—75 auch fiir Ir- 
land die Einkommen unter Sched. B. Brutto angegeben 
sind, was circa 6,400,000 £ Difi*erenz ausmacht — und dass 
vor 1876—77 die Einkommen von 100 i^ an steuerpflichtig 
waren, seitdem aber erst von 150 £ an. Hätte die Steuer- 
hebung 1876—77 noch nach der früheren Ausdehnung auf die 
Einkommen zwischen 100 und 150 £ sich erstreckt, würde 
die Summe des geschätzten Gesammteinkommens um etwa 
24,000,000 £ höher gewesen sein. 



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Die Zahl der Personen, unter welche sich die Ein- 
kommen der Sched. A, B und C vertheilen, lässt sich bei 
jetziger Erhebungsweise der Steuer nicht angeben. Bei 
den Einkommen unter D und E lässt sich die Vertheilung 
nach den Einkommenklassen dagegen nachweisen. Wir 
legen sie nachstehend für das Jahr 1876—77 vor, weil die 
speciellen üebersichten für 1877—78 noch nicht veröffentlicht 
sind. (IncomeTax. Return. etc. 17. July 1879 Pari. pap. No. 298.) 



Klassen: 



Schedule D 
Grossbritannien Irland 



Personen Einkommen 



Schedale £ 
Grossbritannien Irland 



Pers. Einkommen Personen Einkommen 



unter 150 £ 

150— 200 „ 

200— 300 „ 

300— 400 „ 

400— 500 ,, 

500— 600 „ 

600— 1000 „ 

1000— 2000 „ 

2000— 3000 „ 

3000- 4000 „ 

4000— 5000 „ 

5000—10000 „ 

10000—50000 ,, 

über 50000 „ 



156,029 
305,237 



56,671 2,018,75^1 3779 

126,692 6,397,103 6141 

89,030 12,429,912 4168| 585,594 

39,909 10,845,924 1843J 507,941 

17,179 6,989,131; 792 326,332 



12,818 6,461,280 

17,738 12,550,983 

12,274! 15,464,818 i 

3,861 1 8,748,034' 

1,774 \ 5,789,808' 

1,008 4,324,435 1 

1,896 12,533,015 

1,036 18,313,724! 

86 7,958,957! 



624 315,848 

905i 642,031 

572! 719,249 

136| 306,903 

69 225,618 

32 137,013 

69 444,742 

31 501,076 

4 359,829 



PWB. Einkommen 



66,889' 2,875,3482595 

24,752 1,991,9361656 

22,811 3,551,203,1425 

10,596 2,922,531, 568 

5541 2,305,251 1 320 

3063 1,565,176! 207 

4317 3,070,605 288 

2284 2,815,412: 127 

356 776,024; 17 

120 385,623 18 

39 179,603 5 



1 



84: 549,237 



Zusammen 1 381,972 130,825,878i|19165|5,533,442|l40,852|22,987,949,|7224 1,338,869 
Wir wiederholen die Bemerkung, dass in diesen bri- 
tischen Einkommenlisten die juristischen Personen mit ein- 
begriff'en sind. Unter diesen nehmen die Vermögen der 
Kirchen und de.* Universitäten eine bedeutende Stelle ein. 
Nach F. Martin beträgt allein das jährliche Einkommen des 
„English Church Etablishment" 5,383,560 £, — 



Pierer'sche Hofbucbdruckerei. Stephan Geibel A Co. in Altenbnrg. 



I 



V 



128,518 
111,857 
217,803 I 
154,238 } 
127,314 

98,359 
195,552 
151,314 

36,943 

62,247 

21,649 t 

33,075 



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490 So2 C.1 

Umfangund Vertheilung des Volks-Einkomm 





2000404829 



D490 



S62 



Soetbeer, Adolf 

Umfang und vertheilung des volkS' 
einkommens im preussischen Staate 
1872-1878. 



CDf 30 



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MAY 3li^^4 



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0041417500 



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NOV 2 6 1946 




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